Gitarrenfestival startet mit Musik und jeder Menge Humor

Von: Anna Petra Thomas
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Perfekt synchron und gepaart mit viel Humor eroberte das „Eden Stell Guitar Duo“ mit Christopher Stell und Mark Eden aus Großbritannien schnell die Herzen des Heinsberger Publikums. Foto: Anna Petra Thomas
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Der Chilene José Antonio Escobar eröffnete den Reigen der Meisterkonzerte (links). Festivaldirektor Theo Krings hat auch bei der siebten Auflage des Festivals alles im Griff.
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Der Chilene José Antonio Escobar eröffnete den Reigen der Meisterkonzerte (links). Festivaldirektor Theo Krings hat auch bei der siebten Auflage des Festivals alles im Griff.

Heinsberg. „Ich nehme den Applaus an stellvertretend für das ganze Team“, sprach Theo Krings in sein rotes Mikrofon, das zu seinem neuen schwarzen Hemd, bestickt in Rot mit dem Logo des internationalen Heinsberger Gitarrenfestivals, bestens passte. Man merkte ihm an, wie sehr er dem Start der inzwischen siebten Auflage dieser Veranstaltung entgegenfieberte.

„Ich freue mich riesig, dass es heute wieder losgeht, erklärte er dem Publikum in der gut besetzten Stadthalle. „Ich lade Sie ein, eine Woche Vollgas Gitarre mit uns gemeinsam zu genießen!“ Besonders freute er sich, erstmals zum Festival-Auftakt auch den Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen und zahlreiche Heinsberger Stadtverordnete begrüßen zu können.

„Es ist wieder so weit. Die Edelstahlgitarre steht auf dem Rathausvorplatz. Die Flaggen teilnehmender Nationen schmücken unsere Innenstadt“, begann Bürgermeister Wolfgang Dieder seine Rede, die Krings für ihn in Englisch übersetzte. Ein solcher „kultureller Kraftakt“ sei nur durch ein großes Engagement aller an der Vorbereitung und Durchführung möglich, betonte er. Diese Menschen würden einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu leisten, „dass Heinsberg in der großen Welt einen Namen hat“.

Ausdrücklich galt sein Dank Festivaldirektor Theo Krings, dem künstlerischen Leiter Roman Viazovskiy, deren Namen nicht nur untrennbar mit dem Festival, sondern auch mit der Jugendmusikschule Heinsberg verbunden seien. Verlassen könnten sie sich auch in diesem Jahr wieder auf die Unterstützung seines Kollegen Jakob Gerards.

Weiter dankte Dieder den Juroren, dem großen „Staff“ ehrenamtlicher Unterstützer, den Ausstellern, Tontechniker Joachim Jobski, den Mitarbeitern des Bauhofs, allen Sponsoren, dem Land Nordrhein-Westfalen und nicht zuletzt den Gasteltern der Wettbewerbsteilnehmer: „Sie, meine Damen und Herren, tragen wesentlich dazu bei, dass dieses Festival und dieser Wettbewerb überhaupt gelingen.“

Reise nach Heinsberg verwehrt

Bevor das Festival mit seinem ersten und dem einzigen rein klassischen Abend in der prall gefüllten Konzertwoche startete, ließ Krings nicht unerwähnt, dass der Wettbewerbsteilnehmerin aus Venezuela ihre Reise nach Heinsberg verwehrt worden war. „Und wir haben auch viele Freunde in Donezk in der Ukraine“, fügte er hinzu.

Den Anfang im ersten Meisterkonzert machte der mehrfach ausgezeichnete chilenische Gitarrist José Antonio Escobar. Aufgewachsen in seiner südamerikanischen Heimat, erhielt er seine Ausbildung in der europäischen Musiktradition. Mit seinem Konzertbeitrag nahm er das Publikum wieder mit in seine Heimat. Er startete in Argentinien mit einem Stück von Jorge Gómez Crespo (1900-1971). Weiter ging es mit einem chilenischen Tanz des paraguayischen Komponisten Agustín Barrios Mangoré (1885-1944).

Von Heitor Villa-Lobos aus Brasilien (1887-1959) präsentierte Escobar ein eigenes Arrangement. Ganz deutlich zeigte sich seine musikalische Ausdruckskraft auch bei einem Stück von Astor Piazzolla (arr. Sérgio Assad). Seinen Schlusspunkt setzte er mit Walzern des Venezulaners Antonio Lauro (1917-1986). Diese ließ das begeisterte Publikum nicht als Finale gelten, und so gewährte Escobar gerne eine Zugabe mit einer Komposition des Chilenen Javier Contreras.

Atemberaubend

Wie viel Spaß es macht, zu zweit Gitarre zu spielen und das dazu noch so synchron, dass man bei geschlossenen Augen glaubt, nur ein Instrument zu hören, dafür steht das „Eden Stell Guitar Duo“ mit Mark Eden und Christopher Stell aus Großbritannien. In atemberaubender Virtuosität nahmen die beiden das Publikum mit in die Welt des italienischen Gitarristen Mauro Giuliani (1781-1829).

Sie begeisterten mit selbst arrangierten Klavierstücken des Franzosen Francis Poulenc (1899-1963) sowie des Spaniers Federico Mompou (1893-1987) und endeten mit einem Streichsextett von Johannes Brahms (1833-1897), arrangiert von John Williams.

Doch dann kam erst das ganz große Finale, das dem Publikum mit ihrer Variation von „Penny Lane“ der Beatles gänzlich den Atem raubte und den beiden tosenden Beifall bescherte. Sie kamen noch einmal auf die Bühne. „Wir sind normalerweise nicht gut genug für eine zweite Zugabe, darum singe ich jetzt“, scherzte Stell, stellte sich hinter Eden und setzte mit ihm vierhändig auf einer Gitarre noch einen Glanzpunkt obendrauf. „Da hilft nur wiederkommen!“, waren sich viele Besucher dieses gelungenen Konzertabends einig.

Für interessierte Zuschauer ist der Eintritt zu den Wertungsspielen in der zweiten Hauptrunde des Gitarrenwettbewerbs in der Stadthalle am Freitag von 9.30 bis 18 Uhr ebenso frei wie der Besuch der begleitenden Ausstellung und des traditionellen Vergleichsspiels der Meistergitarren am Samstag, 27. Mai um 15 Uhr.

Karten für das Meisterkonzert am Freitagabend um 20 Uhr sowie für das Finale am Samstag sind erhältlich in allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter www.reservix.de, über die Internetseite des Festivals, www.guitar-festival.com und an der Abendkasse.

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