Kreis Heinsberg - Gewerkschaftsbund betont die Solidarität

Gewerkschaftsbund betont die Solidarität

Von: jwb
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Über Integration in den Arbeitsmarkt diskutierten (von links) Pastoralreferent und Betriebsseelsorger Johannes Eschweiler, WFG-Geschäfts­führer Ulrich Schirowski und DGB-Kreisvorsitzender Willi Klaßen. Regionalredakteur Dieter Schuhmachers war der Moderator der Veranstaltung. Foto: Bindels
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Die Bergkapelle Sophia-Jacoba begleitete die Maiveranstaltung vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) am Sonntag in Hückelhoven an Schacht 3 musikalisch. Das Steigerlied durfte dabei nicht fehlen. Fotos (4): Bindels Foto: Bindels
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Großformatige Bilddokumente, die an den Kampf der Kumpel um ihre Zeche erinnern, überreichte Johannes Eschweiler von der Pastoral in der Arbeitswelt vom Bistum Aachen dem Förderverein Schacht 3. Foto: Bindels
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Schacht 3 in Hückelhoven war Schauplatz der Maiveranstaltung vom DGB-Kreisverband Heinsberg. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Unter dem bundesweiten Motto „Zeit für mehr Solidarität“ hatte der Deutsche ­Gewerkschaftsbund (DGB) diesmal zum 1. Mai das Augenmerk auf die notwendige Bereitschaft zum Zusammenhalt der Menschen gelenkt.

Und die Integration in den Arbeitsmarkt rückte der DGB-Kreisverband Heinsberg mit seiner Veranstaltung an Schacht 3 der ehemaligen Steinkohlenzeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven eingeladen. Eine Podiumsdiskussion als Thema in den Mittelpunkt. Andrea Axer (CDU), stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Hückelhoven, betonte in ihrem Grußwort, dass es heute wie früher beim 1. Mai um Solidarität und soziale Gerechtigkeit gehe. Ausgrenzungen seien nicht akzeptabel. „Hückelhoven versteht sich in diesem Sinne als Stadt aller Menschen.“

An der Podiumsdiskussion nahmen Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), Johannes Eschweiler, Pastoralreferent und Betriebsseelsorger im Bistum Aachen, und Willi Klaßen als DGB-Kreisvorsitzender teil. Sie stellten sich den Fragen von Regionalredakteur Dieter Schuhmachers, dem Moderator der Veranstaltung.

Für Klaßen und den DGB bleibt Solidarität in erster Linie in Form des organisierten Zusammenschlusses der Arbeitnehmer in der Gewerkschaft notwendig, damit Arbeitnehmer mit ihren Sorgen einen Ansprechpartner haben. Auch für Eschweiler, den Betriebsseelsorger, ist der Betriebsrat die beste Solidarität im Betrieb. Der WFG-Geschäftsführer betonte, dass ein Unternehmen nur funktioniere, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenhalten würden, wobei ein erfolgreicher Unternehmer seine Mitarbeiter immer im Blick habe, weil qualifizierte und motivierte Mitarbeiter wichtig seien.

Das zentrale Thema war die Frage, wie die Integration von Flüchtlingen und von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt gelingen kann – ohne die Gruppen gegeneinander auszuspielen. Während auf der einen Seite die Unternehmen Fachkräfte dringend suchen würden, stünden auf der anderen Seite viele Langzeitarbeitslose, die aus dem Blick geraten seien, sogar aus der Statistik gefallen seien, wie Eschweiler anmerkte. Beschäftigungs- und Förderprogramme seien wieder aufzulegen, forderte er. Und für die Integration der Flüchtlinge mit geklärtem Aufenthaltsstatus sei ein Integrationsplan unumgänglich.

Wichtig sei die Zusammenarbeit mit den Unternehmen zur Klärung, wie die Heranführung der Flüchtlinge an den Arbeitsmarkt und die sprachliche Qualifikation begleitet werden könne. Wie Schirowski erklärte, habe sich die WFG dieser Thematik schon sehr frühzeitig gestellt. Zurzeit sei sie dabei, ein strukturiertes Programm auf die Beine zu stellen. Beteiligte Akteure seien dabei einige große, bekannte Unternehmen aus dem Kreisgebiet, der Kreis wie auch Städte und Gemeinden, Jobcenter und Agentur für Arbeit, Kreissparkasse, aber auch Bildungsträger und Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, die zusammenarbeiten sollen.

Es gehe dabei um sprachliche wie um gesellschaftlich-soziale Integration und letztlich um die Übernahme in Betriebe. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels merkten die Unternehmer, dass sie sich an die Lösung heranmachen müssten. Eschweiler verwies darauf, dass bei einer solchen konzertierten Aktion auch die Kirchen einbezogen werden sollten. Der DGB-Vorsitzende mahnte, dass auch bei der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt der Mindestlohn zu gelten habe.

Deutlich wurde in der Diskussion, dass die drohende Altersarmut ebenfalls ein zentrales Thema ist, das DGB wie Arbeitnehmer beschäftigt. „Viele wissen nicht, wie sie im Alter über die Runde kommen sollen“, fasste Klaßen das Stimmungsbild aus den Betrieben zusammen. Da sei die Politik gefordert, dies zu ändern und die gesetzliche Rente zu stabilisieren.

Detlef Stab, Vorsitzender des Fördervereins Schacht 3, freute sich über großformatige Bilddokumente aus dem Jahr 1991, die Johannes Eschweiler als Geschenk vom Bistum überreichte. Sie erinnern an den Kampf der Bergleute um ihre Zeche und zeigen die Verbundenheit der Kirche – insbesondere des damaligen Bischofs Klaus Hemmerle – mit den Bergleuten.

Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte am Sonntag die Bergkapelle Sophia-Jacoba unter Leitung von Rolf Deckers – natürlich mit dem Steigerlied zum Ausklang. Und beim Familienfest durfte dann bei Sonnenschein weitergefeiert werden – mit Infos von den Gewerkschaften, kulinarischen Angeboten vom Schachtverein und Spielaktionen für die jüngsten der 150 Besucher.

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