Gewerkschaft freut sich: mehr Jobs dank Mindestlohn

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Kreis Heinsberg. Wer im Kreis Heinsberg vom Chef nur den gesetzlichen Mindestlohn bekommt, verdient im Januar mehr Geld – und zwar 34 Cent pro Stunde. „Genau zwei Jahre gibt es den gesetzlichen Mindestlohn.

Und jetzt ist er zum ersten Mal geklettert – auf 8,84 Euro“, erklärte Geschäftsführer Peter Mogga von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Aachen. Im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe gelte dabei – so Mogga – bereits heute ein Mindest-Stundenlohn von 9 Euro.

Die NGG hat alle Mindestlohn-Beschäftigten aufgerufen, einen „Januar-Lohn-Check“ zu machen. „Sobald die Lohnabrechnung vorliegt, sollte jeder seinen Stundenlohn bis auf den letzten Cent nachrechnen. Die tatsächlich geleisteten Stunden und das Geld müssen dabei am Ende passen“, so Mogga. Der NGG-Geschäftsführer warnte zudem vor „Lohn-Tricksereien durch die Hintertür“: „Es ist eine beliebte Chef-Masche, die Menschen länger arbeiten zu lassen, die Überstunden dabei aber nicht zu bezahlen. Das ist illegal.“

Vom „Schreckgespenst Mindestlohn“ spreche keiner mehr, so die NGG. Der absolute Pflichtlohn sei auch von den Arbeitgebern akzeptiert. Er habe sich bewährt und dazu beigetragen, die ruinöse Dumpinglohnspirale nach unten zu stoppen.

Als Zwei-Jahres-Bilanz zum Mindestlohn hat die NGG jetzt eine Beschäftigungsanalyse vorgelegt. Dazu hat das Pestel-Institut in Hannover Arbeitsmarktdaten der Bundesagentur für Arbeit im Auftrag der Gewerkschaft untersucht. Im Fokus dabei steht auch die Job-Entwicklung im Kreis Heinsberg. Ein Ergebnis: Seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns seien mehr reguläre Arbeitsplätze entstanden.

Schon Mitte vergangenen Jahres seien im Kreis rund 66 200 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen – 5,3 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor, als es den gesetzlichen Mindestlohn noch nicht gegeben habe. Gerade Hotels, Pensionen, Restaurants und Gaststätten im Kreis Heinsberg hätten mehr Personal eingestellt: Hier arbeiteten nach NGG-Darstellung vor einem halben Jahr 1580 Menschen mit einem sozialversicherungspflichtigen Job.

Im Vergleich zu 2014 sei das ein Plus von 10,6 Prozent. Gerade Frauen würden vom steigenden Mindestlohn profitieren, so Mogga. So seien im Kreis derzeit rund 630 Frauen weniger arbeitslos gemeldet als bei der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns vor zwei Jahren. Doch für ­Peter Mogga ist beim Mindestlohn noch „deutlich Luft nach oben“, sprach er sich für eine rasche Anhebung des untersten Lohnsockels aus.

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