Gewerkschaft fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit

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Kreis Heinsberg. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Leiharbeiter und Beschäftigte mit einem Werkvertrag sollen besser gestellt werden.“ Das hat jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gefordert.

„Schritt in die richtige Richtung“

Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zur Begrenzung von Leiharbeit und Werkverträgen sei zwar ein „Schritt in die richtige Richtung“, erklärte Peter Mogga. Dem Geschäftsführer der NGG-Region Aachen gehen die geplanten Änderungen aber nicht weit genug: „Die Politik muss endlich dafür sorgen, dass heimische Stammbelegschaften nicht dauerhaft durch Beschäftigte zweiter Klasse ersetzt werden“, so Mogga weiter. Dabei sollten insbesondere die Betriebsräte „ein Wörtchen mitreden“ können.

Im Kreis Heinsberg gab es nach Angaben der Gewerkschaft im vergangenen Jahr rund 560 Leiharbeiter. Zehn Jahre zuvor seien es noch 360 gewesen.

„Leiharbeiter machen dabei oft genau den gleichen Job wie die Stammbelegschaft – nur für weniger Geld. Außerdem haben sie meist weniger Urlaub, häufig keine Extra-Alterssicherung und müssen manchmal in der Werkskantine auch noch höhere Preise bezahlen“, kritisierte Mogga.

Besonders in der Fleischindustrie und in der Ernährungswirtschaft sei Leiharbeit weit verbreitet. Auch im Kreis Heinsberg setzten viele Chefs mit „Billig-Jobs“ darauf, Tarif- und Sozialstandards zu umgehen.

Dieses Kalkül stecke ebenfalls hinter den Werkverträgen. Da werde der Mitarbeiter für eine bestimmte Tätigkeit, ein Gewerk, bezahlt. Peter Mogga: „Auch hier gehört Missbrauch zum Alltag. Es ist eine schlechte Ausrede, wenn Firmen immer wieder mit flexiblen Arbeitskräften für wechselnde Auftragslagen argumentieren und diese in Wahrheit wie Stammpersonal einsetzen.“

Nach dem Vorschlag des Bundesarbeitsministeriums soll die Leiharbeit laut NGG künftig auf maximal 18 Monate begrenzt werden. Bei Werkverträgen soll stärker überprüft werden, ob dahinter nicht tatsächlich ein normales Arbeitsverhältnis steckt.

„Aber damit diese Kontrolle wirklich funktioniert, brauchen die Betriebsräte mehr Mitbestimmungsrechte. Sie müssen erkennen, ob ein Werkvertrag wirtschaftlich gerechtfertigt ist“, forderte der NGG-Geschäftsführer. Denn ohne starke Arbeitnehmervertreter sei der Missbrauch von Leih- und Werkvertragsarbeitern nicht in den Griff zu bekommen.

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