Gewaltopfer erhalten therapeutische Soforthilfe

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Kreis Heinsberg. Seit April gibt es in Heinsberg eine Ambulanz für Opfer von Gewalttaten. In der Tagesklinik des Krankenhauses Maria Hilf bieten die Alexianer Krefeld und die Gangelter Einrichtungen Maria Hilf betroffenen Menschen therapeutische Soforthilfe. Die Behandlung von Gewaltopfern finanziert der Landschaftsverband Rheinland (LVR), der an diesem Freitag in einer Presseinformation auf diese Ambulanz und deren Möglichkeiten hinwies.

Gewalttaten sind traumatische Erfahrungen, deren schwerwiegende psychische Folgen professionell behandelt werden müssen. „Opfer schwerer Gewalttaten sind dem Risiko einer dauerhaften Belastungsstörung ausgesetzt“, sagt Simeon Matentzoglu, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Maria Hilf. Prof. Dr. Robert Bering, Chefarzt des Zentrums für Psychotraumatologie der Alexianer Krefeld GmbH, fügt hinzu: „Die Betroffenen benötigen unmittelbare Hilfe, die sich am neuesten Stand der Psychotherapieforschung in der Psychotraumatologie orientieren sollte.“

Diese Soforthilfe für Opfer von Gewalttaten finanziert der LVR im Rahmen seiner Zuständigkeit für das Opferentschädigungsgesetz: „Schnelle und qualifizierte psychotherapeutische Hilfe kann psychische Folgeschäden und Traumata verringern oder verhindern. Die Opferschutzambulanz in Heinsberg ermöglicht Gewaltopfern und ihren Angehörigen diese therapeutische Soforthilfe - unbürokratisch und ohne jeden Antrag“, erklärte LVR-Sozialdezernentin Martina Hoffmann-Badache.

Betroffene aus dem Kreis Heinsberg, die Opfer einer Gewalttat wurden, mussten bisher die nächstgelegene Ambulanz in Krefeld aufsuchen. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem LVR die Ambulanz realisieren konnten“, sind sich Bering und Matentzoglu einig. „Nun können betroffene Bürgerinnen und Bürger im Kreis Heinsberg zeitnah Hilfe vor Ort erhalten.“

Die Traumaambulanz ist erreichbar unter Telefon 02452/8609-300.

Ratgeber

Einen Überblick über Leistungen und Unterstützungen für Gewaltopfer bietet der „Ratgeber für Opfer von Gewalttaten“ des LVR. Die kostenlose Broschüre erläutert Folgen der Gewalt, stellt Hilfen zur Verarbeitung der Situation vor und bündelt Informationen über gesetzliche Voraussetzungen für Entschädigungsleistungen. Ein Adressverzeichnis nennt Anlaufstellen und Ansprechpersonen vor Ort in ganz NRW. Der Ratgeber ist auch in englischer, niederländischer und türkischer Sprache erhältlich. Er kann im Internet unter www.publikationen.lvr.de bestellt werden und ist dort auch als Download verfügbar.

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