Gewaltig rattert und knattert es auf den Straßen

Von: agsb
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Vorglühen beim Ursus. Dies da
Keine einfache Sache: Vorglühen beim Ursus. Das dauerte einige Minuten. Stefan Köhnen (knieend) und Achim Bauer brauchten Geduld, bis der Lanz rattert und knattert. Foto: agsb

Heinsberg-Waldenrath. Zum vierten Male organisierte der Heimatverein Waldenrath am Wochenende ein Oldtimertreffen für Traktoren und sonstige motorisierte Liebhaberstücke aus alter Zeit. Rund 150 Teilnehmer waren trotz des Schmuddelwetters auf die große Wiese gekommen und vermittelten den Besuchern, man befände sich in einer großen Familie.

Viele Treckerfreunde reisten bereits am Freitagnachmittag an und fanden im großen „Fahrerlager” mit Zelt und Wohnwagen ihre Heimat für die Tage. Die Partynächte wurden lang, besonders weil auch die Waldenrather Spiegeleier auf Toast erneut sehr köstlich schmeckten.

Nicht nur Traktoren zogen die Blicke der Besucher auf sich, auch ein Zirkuswohnwagen aus Ostfriesland machte ebenso neugierig wie die silbernen Blechdosen der Airstreamer. Diese Wohnwagen amerikanischer Art sehen teilweise aus wie Ufos. Sie sind in Waldenrath stets mit dabei und gelten schon als Stammgäste Die Campingfreunde genossen das schicke Ambiente, zumal der Heimatverein Waldenrath als Veranstalter diesmal die Organisation und die Platzgestaltung mehr gebündelt hatte. Alle waren enger zusammengerückt, somit wirkte das Treffen noch familiärer.

Die wohl weiteste Anreise auf einem Traktor hatte Achim Bauer aus Krefeld. Bis Freitagnachmittag war der Oldtimerliebhaber noch in Aktion. Aus zwei einstigen DDR-Traktoren der Marke Pionier schraubte und bastelte er einen „fahrbaren” Trecker. Er baute im Grunde aus zwei defekten Motoren einen zusammen und fuhr dann von Krefeld gemütlich in den Kreis Heinsberg.

„Bei einem Trecker war alles festgerostet, ich hatte da schon Arbeit. Aber die vierstündige Treckerfahrt hat Spaß gemacht”, lachte Achim Bauer nach seiner Ankunft in Waldenrath.

Er ist ferner ein Experte in Sachen Oldtimer. So half er seinem Freund Stefan Köhnen vom Heimatverein beim Anlassen eines Lanz-Oldtimer aus dem Jahre 1947. Dieser „Ursus” muss vor dem Start vorgeglüht werden. „Dies kann teilweise rund 15 Minuten oder sogar noch länger dauern” , beschrieb Köhnen die Vorgehensweise. Erst bei einer bestimmten Temperatur konnte der Traktor starten.

Die Treckeroldtimer bestimmten dieses Treffen in Waldenrath. Dabei waren sogar noch drei mit dem GK-Kennzeichen zu sehen waren.

Einige der Traktoren wurden mit Hochlader in Waldenrath angeliefert, weil sie derzeit nicht mehr fahrtüchtig sind. Aber viele Traktoren aus alter Zeit ratterten und knattern mit vollen Kraft. Das älteste Fahrzeug bei den Traktoren wurde 1938 erbaut. Der Fendt-Dieseltraktor präsentiere sich in ordentlichen Glanz und wird sehr vom Besitzer gepflegt.

Viele der Treckerfreunde reisten erst am Samstag an oder schauten am Nachmittag bei einer Stippvisite vorbei. „Auch hier gibt es einige Schönwetterexperten. Bei Regen kommen die nicht”, flachste ein Mitglied der Heimatvereinigung. Ständig blickten er und seine Vereinskollegen gen Himmel, aber es blieb trotz vieler schwarzer Wolken trocken.

Neben den vielen Treckerfahrzeugen zogen einige Motorrad-Oldtimer die Blicke auf sich. Rennmaschinen aus den 30er Jahren ließen so manches Herz höher schlagen. Einer der Programmpunkte des Treffens am Samstagnachmittag war der Traktor- und Oldtimercorso durch Waldenrath und Umgebung. Bei der gemeinsamen Ausfahrt ratterte und knatterte es gewaltig auf den Straßen.
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