Geschichte der Heimat anschaulich präsentiert

Von: mb
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Am Weltgästeführertag: Mit Therese Wasch und Sepp Becker ging es auf die Spuren der „GRÜNderzeit“. Foto: mb
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Am Weltgästeführertag: Teilnehmer der Führung nahmen den Aufstieg zum Bergfried in Wassenberg in Angriff. Foto: mb

Kreis Heinsberg. Sie hatten sich trotz stürmischer Böen und leichtem Nieselregen aufgemacht zum Treffpunkt Pontorsonplatz in Wassenberg, die gut zwei Dutzend Teilnehmer der Führung am Welt­gästeführertag. Zum zehnten Mal beteiligte sich der Verein West­blicke als Zusammenschluss der Gästeführerinnen in der Freizeitregion Heinsberg am Weltgästeführertag. Gemeinsam mit dem Heimatverein und der Stadt wurde nach Wassenberg eingeladen.

Das diesjährige bundesweite Motto „GRÜNderzeit“ ließ Spielraum für kreative Interpretationen, überraschende Wortspiele und fantasievolle Zusammenhänge.

Therese Wasch, Gästeführerin vom Verein Westblicke, schüttelte bedauernd den Kopf: „In den Wald dürfen wir bei dem starken Wind aus Sicherheitsgründen nicht.“ So wurde aus ihrer Führung „Vom Urwald zum Landschaftspark“ kurzerhand ein Vortrag in der Begegnungsstätte. Der spannende Weg ins „Grün der Zeit“ ließ sich – die Beine gemütlich ausgestreckt – auch wunderbar mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation, alter Fotos und kurzweiliger Schilderungen der Gästeführerin in Gedanken gehen. Tief griff Therese Wasch in ihre Schatzkiste des Heimatwissens, erzählte von Judenbruch und warum es so heißt, berichtete von weitgereisten Männern und davon wie Geld und guter Name zusammenkamen.

Von geliebten Töchtern und zugigen Burgen, von großen Plänen, aus einem Urwald einen Landschaftspark zu machen, und vom sicheren Einkommen für arbeitslose Wassenberger Familienväter – „met de Schöpp“. Von Kahnfahrten, bei denen Damen mit Sonnenschirmchen von galanten Herren vom großen Weiher zum kleinen Weiher gerudert wurden, vom Lebenswerk von Oskar von Forckenbeck und seiner Frau.

Zu einer kleinen Wanderung kamen die Teilnehmer dennoch. Sepp Becker, Vorsitzender des Heimatvereins Wassenberg, machte sich mit ihnen auf den Weg zum Bergfried, um das Thema ­„GRÜNderzeit“ unter dem Blickwinkel „Vom Webstuhl zur Fabrik“ zu beleuchten. Eine Ausstellung zur Geschichte der Firma Krahnen & Gobbers, die derzeit im Bergfried gezeigt wird, bietet zahlreiche anschauliche Beispiele. Mit Beginn der Textilweberei per Maschine wurde in der Wassenberger Oberstadt die erste Fabrik der Krefelder Firma Krahnen & Gobbers errichtet. Mit weitreichenden Folgen für die Stadt Wassenberg, die Sepp Becker gern erläuterte.

Jedes Jahr am 21. Februar findet der Weltgästeführertag statt, um die Aufmerksamkeit auf die „unverzichtbare Arbeit von gut ausgebildeten Gästeführern“ zu lenken. Denn das ist die Stärke dieser Gästeführer, Geschichte der Heimat anschaulich und interessant zu präsentieren, eben nicht beschränkt auf reine Daten und Fakten.

Mit viel Liebe zum Detail, echtem wachsamen Interesse und auch dem einen oder anderen Augenzwinkern zogen Therese Wasch und Sepp Becker ihre Zuhörer in den Bann. Und wohl niemand der Teilnehmer wird künftig am „Grünen Teich“ im Judenbruch des Wassenberger Stadtwaldes vorbeigehen, ohne an die von Therese Wasch erzählte Geschichte vom „Kindchensweiher“ zu denken. Der Volksmund behauptete, dass von dort die Babys herkommen, von der Hebamme aus dem Weiher gefischt. Und die dunkle Unergründlichkeit des grünen Gewässers musste herhalten als Erklärung dafür, dass manchmal auch Säuglinge mit kleinen Makeln wie beispielsweise abstehenden Ohren aus dem Weiher gefischt worden sein sollen.

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