Wassenberg - Georg Bienen: Enttäuscht kehrt er der CDU den Rücken

Georg Bienen: Enttäuscht kehrt er der CDU den Rücken

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
Georg Bienen wird sich nach de
Georg Bienen wird sich nach der Sommerpause der Fraktion der SPD anschließen.

Wassenberg. Ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk sieht eigentlich anders aus. Aber vielleicht hat sich Georg Bienen auf diese Weise dennoch kurz vor seinem Wiegenfest am Mittwoch nach einer Reihe von Enttäuschungen Erleichterung verschafft.

Mit „sofortiger Wirkung” und Schreiben an den Vorsitzenden des Stadtverbandes Wassenberg, den Vorsitzenden des Ortsverbandes Wassenberg, den Fraktionsvorsitzenden im Rat und den Bürgermeister trat der 53-Jährige jetzt aus der CDU aus.

„Nach 15 Jahren aktiven politischen Wirkens auf vielen Ebenen der Partei, sei es im Ortsvorstand, im Vorstand des Stadtverbandes oder in den Ausschüssen und im Rat der Stadt für die CDU habe ich diesen Entschluss plötzlich und im Affekt nachts um 0 Uhr getroffen”, erklärt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Auslöser sei „eine weitere Enttäuschung, die mir von meiner Partei zuvor bereitet wurde”. Um was genau es sich handelte, darüber schweigt sich Bienen aus. Nur soviel sagt er, eine vertrauliche Information seinerseits an den Fraktionsvorsitzenden sei von diesem breitgetreten worden, mit unangenehmen Konsequenzen.

„Aufrichtigkeit, Vertrauen untereinander und Ehrlichkeit im Umgang miteinander; daran hatte es gerade in der letzten Zeit stark gemangelt”, sagt Bienen. „Das Christliche, die Wahrheit blieb vielfach auf der Strecke. Dabei geriet ich immer mehr in eine Außenseiterrolle. Ich habe schmerzhaft erfahren, dass die Christlich Demokratische Union nicht mehr meine Heimat ist.”

Fraktionschef Karl-Heinz Dohmen sieht sich von Bienen zu Unrecht attackiert. „Es entbehrt jeglicher Grundlage. Es gab kein Streitgespräch - nichts”, erklärt er. Irgendwie falle ihm da wohl die Rolle des Blitzableiters zu. „Dabei habe ich ihn sogar immer wieder unterstützt und in Schutz genommen, wenn er wieder einmal nicht zu einem Termin erschienen ist. In wichtigen Dingen war seine Präsenz oft nicht gegeben.” Dass Bienen nicht Ortsvorsteher geworden sei, geht Dohmen zurück zu den ersten Enttäuschungen, dafür könne er als Fraktionsvorsitzender ja schließlich nichts. Dennoch möchte er klarstellen, dass „wir seinen Austritt aus der Partei bedauern - natürlich auch, dass er sein Mandat behalten will”.

Daran hält Bienen fest. „Da ich ja nicht nur in der CDU war, sondern auch weiterhin Mitglied in zwei anderen christlichen Parteien bin und darüber hinaus noch in katholischen Verbänden und Funktionen ehrenamtlich mitwirke, wird mich wohl keine andere Partei zukünftig aufnehmen wollen. Ich habe jedoch die Zusage von Ernst Kluth, Leo Stassny und Frank Gansweidt, dass sie mich nach der Sommerpause in die Fraktion der Wassenberger SPD aufnehmen. Ich werde mich ihnen anschließen und wechsle die Seiten.”

Gegenüber seinem ehemaligen Fraktionschef schlägt Bienen aber auch versöhnliche Töne an. „Sollte ich es ihm gegenüber am nötigen Respekt habe fehlen lassen, so bitte ich ihn in aller Form und öffentlich um Entschuldigung. Es bleibt jedoch der Vorwurf an den Fraktionsvorsitzenden von meiner Seite aus bestehen, ungeschickt agiert zu haben.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert