Geomatiker: Kreisverwaltung trumpft mit neuem Ausbildungsberuf

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Das Ergebnis eines Projekts: In einer gemeinsamen Arbeit mit dem Auszubildenden zum Vermessungstechniker wurde ein digitales 3-D-Gebäudemodell der Heinsberger Kreisverwaltung erstellt.

Kreis Heinsberg. Wenn die Kreisverwaltung alljährlich ihre Lehrstellen ausschreibt, spätestens dann stolpert der eine oder andere über den Begriff „Geomatiker/in“. Ein neuer Beruf, zweifelsohne. Doch was steckt genau hinter dieser Berufsbezeichnung? Der Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes, Claus-Peter Knaut, kann es erklären.

„Seit der Einführung von EDV und GPS-Messungen hat das Vermessungswesen einen starken Wandel erlebt. Durch die immer größere Anzahl von digitalen Geodaten und der stetig wachsenden Nachfrage nach nutzerfreundlichen Produkten aus dem Bereich der Geoinformationstechnologie ist dieser neue Ausbildungsberuf entstanden“, so Knaut.

Beim Vermessungs- und Katasteramt des Kreises Heinsberg befindet sich derzeit die erste Geomatikerin im Regierungsbezirk Köln in der Vorbereitung zu ihrer Abschlussprüfung. Doch was müssen Interessierte mitbringen, um Geomatiker zu werden? Kristina Bauchmüller, zuständige Sachbearbeiterin im Personalamt für die Bewerbungen zu Lehrstellen: „Wer diesen Beruf erlernen möchte, sollte Interesse an Geografie, Freude an der Arbeit am PC sowie an Informations- und Kommunikationstechniken haben.“ Gestalterische Fähigkeiten, sorgfältiges Arbeiten, räumliches Vorstellungsvermögen, gutes Farbsehvermögen und mathematisches Verständnis sind ebenfalls gute Voraussetzungen. Verlangt wird von den Bewerbern die Fachoberschulreife oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand.

In der Ausbildung wird sehr viel Wert auf praxisnahes Arbeiten gelegt, oft in Form von Projekten. Als Beispiele können die Erstellung einer realitätsnahen Hochwasseranalyse mithilfe amtlicher Daten und dreidimensionaler Modelle dienen oder das Erstellen von analogen und digitalen Karten sowie das Programmieren von Webanwendungen dienen. All dies gehört zum Berufsbild des Geomatikers.

Ein Ergebnis einer Projektarbeit konnten die Besucher beim Tag der Offenen Tür des Kreises im vergangenen Jahr betrachten. In einer gemeinsamen Arbeit mit dem Auszubildenden zum Vermessungstechniker wurde ein digitales 3-D-Gebäudemodell der Kreisverwaltung erstellt.

Während bei den Vermessungstechnikern die Datenerhebung im Mittelpunkt steht, liegt bei den Geomatikern die Priorität in der Interpretation, der Analyse und der Darstellung der Daten. Geoprodukte multimedial zu präsentieren, gehört ebenso zu den Aufgaben wie das Verwalten von Datenbanken.

In vielen Bereichen der modernen Welt besteht aktuell und auch zukünftig ein großer Bedarf an Geomatikern, um die enormen Mengen an digitalen Daten auszuwerten, diese anschaulich zu präsentieren und sie für Anwendungen zu nutzen.

Außerdem werden immer mehr Geomatiker im Bereich der Navigation und im globalen Geodatenmanagement ihren Einsatz finden. Möglichkeiten zur Weiterbildung sind unter anderem durch Bachelor- und Master-Studiengänge in der Geodäsie oder Geoinformatik gegeben.

Claus-Peter Knaut zeigt sich erfreut über das gewandelte und sehr moderne Image des Vermessungs- und Katasteramtes: „In Sachen Ausbildung und Technik hat das Vermessungs- und Katasteramt den Schritt ins 21. Jahrhundert längst vollzogen. Die Ausbildung zum Geomatiker ist nur ein Beispiel.“

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