Geocacher reinigen den Schacht des Fördergerüsts in Alsdorf

Von: Holger Bubel
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Sechs Meter tief geht es in den Schacht des Fördergerüsts. Dort finden die Geocacher viel Müll und auch den geheimnisvollen Cache. Foto: Bubel
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Auch mehrere Einkaufswagen entdeckten die Geocacher bei ihrer Aktion. Foto: Bubel

Erkelenz/Alsdorf. Wäre da nicht diese 0:5-Auftaktklatsche seines Teams in der Regionalliga gegen den SV Rödinghausen gewesen, hätte es für Stefan Grates ein perfekter Tag werden können. Der Fan vom FC Wegberg-Beeck und ­„Owner“ (übersetzt Veranstalter oder Organisator) von der Interessengemeinschaft Glück Auf Bergbau und Geocaching im Aachener Revier mit Stammsitz in Erkelenz-Kückhoven hatte nämlich – zeitgleich zum Fußballdesaster – ein besonderes Cach-Event in den Terminkalender gehoben, ­einen sogenannten Cito (Cache in – Trash out).

Dabei wird ein bestimmtes Gebiet festgelegt, aus dem von den Geocachern Müll beseitigt wird. „Mit solchen Veranstaltungen wollen wir Geocacher den Ruf, uns nicht immer an die Vorgaben des Naturschutzes zu halten, ein wenig gerade rücken“, erklärt Stefan Grates. Denn wenn die Caches häufig auch an nicht ganz alltäglichen Orten versteckt werden, „so ist das Eindringen in Naturschutzgebiete für uns ein Tabu“.

Das Terrain für eine Reinigungsaktion sollte an diesem Tag der Schacht des Fördergerüstes sein, neben dem Wasserturm des Kinoparks „Cinetower“ das zweite weit sichtbare Wahrzeichen der Stadt Alsdorf. Dass es ausgerechnet dieser Schacht sein sollte, erklärt ­Stefan Grates mit der Affinität seiner Gruppe (SophiaJacoba and Friends) zum Bergbau – schließlich ist bereits der Name der Gruppe Programm. Und weil Geocacher viel in der Region unterwegs sind, entdeckte man bei einem Besuch des Bergbau- und Energiemuseums Energeticon auch das Fördergerüst – und da besonders den Müll, der sich im Laufe der Jahre dort angesammelt hatte, achtlos „entsorgt“ von Zeitgenossen, bei denen es mit der sozialen Verantwortung nicht weit her ist.

Natürlich wurde das Groß-­Reinemachen in Kombination mit einem Geocaching – einer elektronische Schatzsuche nach geografischen Koordinaten – für die Teilnehmer veranstaltet, einem so genannten Mystery-Cache, bei dem zunächst ein Rätsel gelöst werden musste. Die Geocacher hatten für dieses Doppel-Event zum Teil die weite Anreise in die ehemalige Bergbaustadt Alsdorf nicht gescheut. Aus Köln, Solingen oder Bochum und den Niederlanden sowie Belgien waren sie gekommen.

„Das übertrifft unsere Erwartungen“, freute sich Stefan Grates über insgesamt 80 Teilnehmer – von den ganz Kleinen im Kinderwagen bis zu Ruheständlern, vom Arbeitssuchenden bis zum Arzt –, die das Geschehen rund um das 42,5 Meter hohe Bauwerk belebten. Unter ihnen machten sich auch Mitglieder des Technischen Hilfswerkes und der Freiwilligen Feuerwehr ans Werk, was dem Anliegen ­äußerst dienlich war. Denn bereits das Öffnen der schweren Stahl­türen zum Schacht, die sich im Laufe der Jahre festgesetzt hatten, stellte eine Herausforderung dar – Muskelkraft und Geschick waren gefragt. Und so dauerte es fast eine Stunde, bis die Geocacher gesichert und über eine Leiter sechs Meter tief in den Schacht steigen konnten. Was sie dort herausholten, lässt Unbeteiligte nur den Kopf schütteln: drei Einkaufswagen, zwei Feuerlöscher, Fahrräder, ein Motorradhelm, säckeweise Unrat und Müll, Müll, Müll – nach ­einer zweistündigen Aktion, bei der sich die Teilnehmer beim Müllsammeln im Schacht abwechselten, war der von der Stadt Alsdorf und dem Verein Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing Alsdorf bereitgestellte Container bis obenhin voll.

Peter Steingass, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing, freute sich über das Engagement der Truppe aus dem Heinsberger Kreis: „Wenn man sieht, mit wie viel Einsatz hier zu Werke gegangen wurde, dann muss man seinen Hut ziehen.“ Dank wurde dem engagierten Team um Stefan Grates auch seitens der Stadt ­Alsdorf zuteil. Neben belegten Brötchen gab es zur Stärkung auch das eine oder andere Bierchen, zudem wurde den Geocachern ein Ausblick vom Fördergerüst über Alsdorf und die Region ermöglicht. „Eine solche Unterstützung bei unseren Cito-Aktionen wie hier in Alsdorf haben wir auch noch nicht erlebt“, gab Owner Grates den Dank zurück und freute sich über die große Resonanz auf sein Event. Für ihn wäre es ein fast perfekter Tag geworden….

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