Genossenschaftsbanken wollen „Kräfte bündeln“

Von: disch
Letzte Aktualisierung:
11331312.jpg
Die Vorstände streben die Fusion an: Bruno Kasper (l.) und Walter Steinbusch (M.) von Raiffeisenbank Erkelenz sowie Peter Grefen (r.), Ulrich Lowis (2. v. r.) und Marcel Richter (2. v. l.) von VR-Bank Rur-Wurm. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Als verantwortungsvolle Kaufleute wissen wir: Wenn Erträge sinken und Kosten steigen, müssen wir rechtzeitig gegensteuern, um auch in Zukunft auskömmlich zu wirtschaften.“ Dies war die Botschaft der Vorstände von Raiffeisenbank Erkelenz mit Sitz in Erkelenz-Lövenich und VR-Bank Rur-Wurm mit Sitz in Geilenkirchen-Immendorf bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Hückelhoven-Brachelen.

Die Vorstandsmitglieder Bruno Kasper und Walter Steinbusch (Raiffeisenbank) sowie Peter Grefen, Ulrich Lowis und Marcel Richter (VR-Bank) informierten über die Aufnahme von Gesprächen zur Fusion der beiden Genossenschaftsbanken. Die Verschmelzung soll mit einer Bestandssicherung für alle 125 Arbeitsplätze verbunden sein. Auch alle 18 Geschäftsstellen sollen bestehen bleiben.

„Wir kämpfen mit den schwierigen politischen Rahmenbedingungen“, verwies Steinbusch auf die Niedrigzinspolitik und immer mehr bürokratische Auflagen und Pflichten für alle Geldinstitute, die aus Sicht der Genossenschaftsbanken „nicht ganz nachvollziehbar“ seien und kleinere Häuser überproportional belasten würden. Diese Regulatorik „trifft uns“, sagte er. Gemeinsam werde man sich besser den Anforderungen stellen können, zeigte sich Steinbusch überzeugt. „Wir wollen unsere Kräfte bündeln“, sagte Ulrich Lowis. Dabei würden die beiden Banken aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus auf Augenhöhe agieren. Gemeinsam würden sich aber größere Wachstumspotenziale ergeben – als ein verlässlicher Partner für die Menschen und die Unternehmen. Die Nähe zu den Mitgliedern und Kunden werde mit der Präsenz vor Ort gewahrt. ­Kosteneinsparungen sollen durch den Zusammenschluss vor allem in den Bereichen Controlling, Bilanzierung und Steuerung, EDV sowie Prüfungen und Revisionen erreicht werden. Das Betreuungskonzept solle hingegen durch die Ausbildung von mehr Spezialisten weiter ausgebaut werden.

Stimmen die Mitgliedergremien beider Banken bei ihren Versammlungen im Mai kommenden Jahres zu, soll die Fusion rückwirkend zum 1. Januar 2016 wirksam werden. Technisch umgesetzt werden soll sie im dritten Quartal. Der Sitz der neuen Bank soll in Erkelenz-Lövenich sein. Wie sie heißen wird, sei aber noch nicht entschieden, wurde am Mittwoch erklärt. Ob es zukünftig vielleicht die Raiffeisenbank Rur-Wurm geben wird?

Beide Banken sind selbst aus ­Fusionen hervorgegangen: die Raiffeisenbank Erkelenz bereits 1998 und die VR-Bank Rur-Wurm erst 2013. Auf die Frage, ob nach dieser Fusion für die neu gebildete Bank bereits die nächste Fusion absehbar sei, räumten die Bankvorstände ein, dass dies nicht vorherzusagen sei. „Wir wissen nicht, was so alles passiert“, meinte Lowis. Und Steinbusch ergänzte, die Banken wüssten nicht, was es in Brüssel noch an Erfindungen geben werde, „die unser genossenschaftliches Modell gefährden könnten“. So könne es sein, dass in fünf, sechs Jahren die Dinge wieder neu zu bewerten seien, vielleicht sogar schon früher, befürchte er.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert