Genossenschaftsbanken im Kreis wachsen weiter

Von: disch
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Die Volksbank Heinsberg: Sie ist im vergangenen Jahr durch eine Fusion entstanden. In diesem Jahr schreitet der Fusionsprozess bei den Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg voran. Foto: Anna Petra Thomas
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Sprecher der Genossenschafts­banken im Kreis Heinsberg: Dr. Veit Luxem. Foto: BVR

Kreis Heinsberg. „Die fünf Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg haben auch das Geschäftsjahr 2015 erfolgreich abgeschlossen.“ Mit diesen Worten präsentierte am Mittwoch Dr. Veit Luxem als Sprecher dieser Bankengruppe im Kreis Heinsberg „die ersten taufrischen Ergebnisse“ bei der Bilanz-Pressekonferenz.

Sie fand statt im Haus der Volksbank Heinsberg in der Kreisstadt. Diese Bank ist jüngst aus der Fusion von Raiffeisenbank Heinsberg und Heinsberger Volksbank entstanden. In diesem Jahr wollen sich nun Raiffeisenbank ­Erkelenz und VR-Bank Rur-Wurm zusammenschließen.

Angesichts des Kostendrucks und der ­regulatorischen Anforderungen sprach Luxem auf Nachfrage von einer Tendenz zu weiteren Fusionen im gesamten Land, aktuell stehe im Kreis Heinsberg aber über die bekannten Schritte hinaus nichts an. Und aktuell seien im Kreis auch keine Filialschließungen geplant. Die weitere Entwicklung werde aufmerksam beobachtet, da der Bedarf nach kompetenter Beratung und sicherem Online-Banking zunehme, die Nachfrage nach persönlichem Service bei einfachen Bankangelegenheiten aber sinke.

„Die Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg wachsen weiter.“ Diese erste Kernaussage belegte der Bankensprecher gleich mit mehreren Wachstumsraten um fünf Prozent. Dabei meldete er mit Blick auf das betreue Kundenvolumen stolz: „Da haben wir erstmals die Fünf-Milliarden-Euro-Grenze überschritten.“ Mit dem Plus von 275 Millionen Euro (oder 5,8 Prozent) sei ein Gesamtwert von 5,029 Milliarden Euro erreicht worden. Die Bilanzsumme sei um 123 Millionen Euro (oder 5,4 Prozent) auf rund 2,4 Milliarden Euro angestiegen. Wie sehr Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Bevölkerung verankert seien, belege der Anstieg der ­Mitgliederzahlen um 1520 (oder 4,6 Prozent) auf fast 35 000. Auch das Kreditvolumen sei um 104 Millionen Euro (oder 5,8 Prozent) auf mehr als 1,9 Milliarden Euro angestiegen: „Für uns gibt es keine Kreditklemme.“

„Die Genossenschaftsbanken begleiten dank genossenschaftlicher Beratung Mitglieder und Kunden erfolgreich durch die Niedrigzinsphase.“ Diese zweite Kernaussage machte Luxem am Wachstum des Anlagevolumens um 172 Millionen Euro (oder 5,8 Prozent) auf 3,1 Milliarden Euro fest. Das deutliche Wachstum bei Sicht- und Termineinlagen um 10,6 Prozent auf rund 900 Millionen Euro wertete er als Beleg für die Unsicherheit über Anlagemöglichkeiten, es gebe aber auch ein deutliches Wachstum beim Fondsgeschäft um elf Prozent auf mehr als 612 Millionen Euro.

Auch bei den Immo­bilienkrediten sei ein Anstieg um 8,8 Prozent auf 875 Millionen Euro festzustellen. Wertpapieranlagen und Immobilieninvestitionen bezeichnete Luxem als sinnvoll, „um auch in der Niedrigzinsphase Sparziele zu erreichen“. Sein Appell an die Sparer lautete, „diese Chancen intensiver zu nutzen, aber Beratung ist zwingend erforderlich, um ein ausgewogenes Portfolio zu schaffen“. Bei der gebotenen Diversifizierung gehe darum, „nicht alle Äpfel oder Eier in einen Korb zu legen“, so Luxem weiter.

„Wir fördern die Region durch unsere Geschäftstätigkeit als Genossenschaftsbank, durch unsere Steuerzahlungen, durch unsere Dividenden und durch unsere Spenden.“ Diese dritte Kernaussage ließ Luxem zunächst auf die Ertragssituation blicken, mit der er sich „noch zufrieden“ zeigte. So sei das rückläufige Zinsergebnis durch ein gesteigertes Provisionsergebnis zwar aufgefangen worden, auf der anderen Seite würden allerdings die zunehmenden Personal- und Sachkosten belasten. Nach Vorsorgeaufwand werde das vorläufige Ergebnis bei 19,4 Millionen Euro liegen und nicht ganz an das Ergebnis des Vorjahres von 23 Millionen heranreichen. Was den Beitrag für die heimische Region angeht, nannte der Bankensprecher das Steueraufkommen von 6,7 Millionen Euro, die Spendensumme von 360 000 Euro, die Dividendenzahlungen an die Mitglieder in Höhe von 1,4 Millionen Euro und nicht zuletzt die Rolle der Banken als Arbeitgeber für 626 Mitarbeiter; 401 in Vollzeit, 165 in Teilzeit und 60 in Ausbildung.

„Die Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg sind grundsolide und am Markt erfolgreich. Die Politik aber schafft schwierige und wettbewerbsverzerrende Rahmenbedingungen, die uns im Wettbewerb benachteiligen und die Sparer belasten.“ Nach Luxems Ansicht werden die weitreichenden Folgen für Wirtschaft, Verbraucher und Gesellschaft unterschätzt. Als neueste Belastung, die auf die Banken zukomme, nannte er Anacredit, das neue Kreditregister der Europäischen Zentralbank.

Damit werde es ab 2018 für die Genossenschaftsbanken im Kreis erforderlich sein, knapp 6000 Kredite (ab einer Summe von 25.000 Euro) an die EZB zu melden – mit etwa 100 Datenfeldern für jeden Kredit. Für Luxem, der Vorstandsvorsitzender der Volksbank Erkelenz ist und im Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken das Amt des Verbandsratsvorsitzenden bekleidet, ist dies „eine Datenkrake, die unseren Aufwand weiter erhöht und datenschutzrechtlich mehr als fragwürdig ist“, und „grober Unfug“.

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