Generalsekretär der NRW-SPD zu Gast bei der Lebenshilfe

Von: disch
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Der Generalsekretär der NRW-SPD, André Stinka (3. v. r.), war am Montag im Rahmen seiner Sommertour zu Gast im Kreis Heinsberg. In Erkelenz besuchte er die Lebenshilfe im Bistro Inklusio. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Um das Thema Inklusion drehte sich das Gespräch, das der Generalsekretär des SPD-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, André Stinka, am Montagvormittag im Erkelenzer Bistro Inclusio führte, als er im Rahmen seiner Sommertour durch NRW zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath und weiteren Mitgliedern der SPD zu Gast bei der Lebenshilfe war.

Willkommen geheißen wurden die Sozialdemokraten von den Lebenshilfe-Vorstandsmitgliedern Jakob Winkels und Heinz-Willi Jansen, Geschäftsführer Edgar Johnen, Wohnverbundleiterin Gabi Kals-Deußen und Wolfgang Voßen, dem Leiter Pädagogik in der Werkstatt für behinderte Menschen, sowie von drei der vielen Menschen mit Behinderung, die von der Lebenshilfe betreut und begleitet werden: Birgit Voßenkaul vom Werkstattrat, Josef Giebel (Bewohner und Werkstattmitarbeiter) und Marlon Ermler (Öffentlichkeitsarbeit).

Johnen lobte das nordrhein-westfälische Modell, das auch schwerst- und mehrfachbehinderten Menschen den Besuch einer Werkstatt für behinderte Menschen ermögliche; so liege der Anteil dieser Gruppe unter den rund 1100 Mitarbeitern in den Werkstattbetrieben der Lebenshilfe Heinsberg bei über 40 Prozent. Unter Verweis auf den kritisierten Referentenentwurf zum Bundesteilhabegesetz äußerte Johnen in diesem Zusammenhang die Sorge vor einer Rolle rückwärts.

Inklusion: Dieses Stichwort nannte dann der SPD-Generalsekretär, denn nach seiner Ansicht sei dieses Thema in der Vergangenheit zu stark eingeschränkt mit Blick auf Schulen diskutiert worden, es gehe dabei aber um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Wir müssen da die gesamte Gesellschaft mitnehmen.“

Die Gastgeber von der Lebenshilfe berichteten von der Inklusion im Alltagsleben, aber auch von Problemen, wie sie beispielsweise nach wie vor bei der Barrierefreiheit zu beklagen seien. Andererseits sei das Lebenshilfe-Bistro Inclusio in Erkelenz bestes Beispiel für gelebte Inklusion, sei es nun bei der täglichen Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung, bei Veranstaltungen wie ­„Inclusio meets music“ oder den gemeinsamen Fußballfan-Aktivitäten rund um Borussia Mönchengladbach.

„Wir sind viel offener geworden, wir sind mutiger geworden“, sagte Edgar Johnen und verwies auf die dynamische Entwicklung der letzten zehn Jahre. Die Lebenshilfe stehe für Inklusion, unter anderem in ihren integrativen Kindertagesstätten. Aber der „Knackpunkt“ liege da, wo es um sozialversicherungspflichtige Normalarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung gehe. „Der Arbeitsmarkt ist nicht inklusiv, der ist selektiv. Das ist Realität.“

Es gebe kleine Schritte, welche die Lebenshilfe gehe, wie Praktika oder betriebsintegrierte Arbeitsplätze, aber die Zahl der Vermittlungen und Übernahmen von Mitarbeitern der Werkstätten in den allgemeinen Arbeitsmarkt liege im Promillebereich. Die Erwartung, der Arbeitsmarkt könne so inklusiv werden, dass die Werkstätten überflüssig würden, sei eine Illusion.

Als ein aktuelles Beispiel für Inklusion stellte Johnen das Projekt „Inklusives Stadtfest Heinsberg“ vor: Vom 9. bis 11. September wird es – ganz im Zeichen der Jubiläen „50 Jahre Lebenshilfe Heinsberg – 40 Jahre Rurtal-Schule“ stehend – als Fest der Begegnung für die ganze Familie gefeiert. Stinka zeigte sich sehr angetan: „Eine gute Idee!“

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