„Gemeinsamkeit und Zusammenhalt“ bei der Frauen-Union

Von: anna
Letzte Aktualisierung:
13870801.jpg
Im Heinrich-Köppler-Haus in Heinsberg: Vorsitzende Karin Mainka (links) begrüßte die Gäste zum Neujahrsempfang der Kreis-Frauen-Union. Sie ­forderte, mit Blick auf den wachsenden Rechtspopulismus Aufklärungsarbeit zu leisten. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Zum traditionellen Neujahrsempfang der Frauen-Union im CDU-Kreisverband Heinsberg konnte Vorsitzende Karin Mainka wieder zahlreiche Mitglieder und Politiker aus der Region im Heinrich-Köppler-Haus in Heinsberg begrüßen.

In ihrer Rede beleuchtete sie kritisch den Umgang mit den sogenannten Gefährdern in Deutschland. So habe im Fall Amri der marokkanische Geheimdienst den Bundesnachrichtendienst und das Bundeskriminalamt schon im September und Oktober 2016 gewarnt. „Die Frage, warum auf diese Warnung nicht reagiert wurde, bleibt für mich unbeantwortet“ – auch nach der versuchten Erklärung von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), nach der Amri nicht in Haft habe genommen werden können.

Mainka: „Sehr unruhige Zeiten“

„Wir leben leider in sehr unruhigen Zeiten, besonders, was Europa angeht“, stellte Mainka mit Blick auf den Brexit fest. Besorgt blickte sie auch Richtung Türkei und USA, aber auch nach Koblenz zu einem „Treffen der europäischen Rechtspopulisten, die die Auflösung der Europäischen Union fordern“. Mainka resümierte „lauter offene ungeklärte Fragen, von denen es immer mehr gibt und die auf Antworten warten, die mit sehr viel Feingefühle beantwortet werden müssen“. Es bleibe jedoch nicht viel Zeit, Aufklärungsarbeit zu leisten, erklärte sie mit Blick auf die im Mai anstehende Landtagswahl.

2016 sei ein ereignisreiches Jahr gewesen, das prägend sein werde über die nächsten Jahre hinaus, erklärte die CDU-Europaparlamentarierin Sabine Verheyen aus Aachen in ihrem Grußwort. Wie man am neuen amerikanischen Präsident erkennen könne, sei Populismus kein Ausrutscher, sondern wieder gesellschaftsfähig. Es gelte, sich ihm zu widersetzen. Wichtig sei eine Politik, die sich an Fakten und nicht an Emotionen orientiere.

Was den Terrorismus angehe, der jetzt auch Deutschland erreicht ­habee, übte sie Kritik an den Behörden. Was es an gesetzlichen Möglichkeiten gebe, sei nicht ausgeschöpft worden, betonte sie. Zugleich mahnte sie an, „sauber zu trennen“ zwischen kriminellem Handeln und den Menschen, die tatsächlich Zuflucht bräuchten. Zu kämpfen gelte es gegen Schlepperbanden. Zudem dürften die Grenzen nicht dicht gemacht werden. Vielmehr müssten die Fluchtursachen in den jeweiligen Ländern bekämpft werden. „Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Welt aus den Fugen geraten ist“, so Verheyen weiter.

Den Rechtspopulisten sei es gelungen, eine Grundangst zu schüren. Am Anfang sei es in puncto Flüchtlinge ja tatsächlich chaotisch gelaufen. Jetzt seien die Gesetze angepasst, die Verfahren optimiert. „Die Hauptaufgabe liegt aber noch vor uns. Diese Menschen müssen integriert werden“, betonte sie. „Wir müssen diesen Menschen eine Perspektive geben mit unseren Werten und unseren Vorstellungen.“ Dabei gelte es mit Blick auf die AfD und Pegida zu hinterfragen, was christliches Handeln in der Politik wirklich bedeute. „Hier muss jeder Einzelne von uns Rückgrat zeigen!“

Dabei forderte Verheyen ihre Zuhörer auf, sich aktiv am „Internet-Wahlkampf“ mit Facebook und Twitter zu beteiligen. „Wenn wir die gewähren lassen, gibt es Kommentare immer nur von der einen Seite.“ Die Antwort finde sich in Gemeinsamkeit und Zusammenhalt. „In Vielfalt geeint!“ So rief sie zum Schluss aus.

Die folgende Diskussion wurde vor allem vom Thema Tihange, dem umstrittenen belgischen Atomkraftwerk, beherscht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert