Gemäldeausstellung der Wassenberger Künstlerin Sofie Busch

Von: Dettmar Fischer
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Kunsthistorikerin Kirsten Remky (l) führte die Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung „Hirsch von Busch auf Hohenbusch” in das Werk der Künstlerin Sofie Busch (r) ein. Foto: defi

Erkelenz-Hohenbusch. „Der Hirsch von Busch auf Hohenbusch” nennt die Wassenberger Künstlerin Sofie Busch ihre Gemäldeausstellung im Klostercafé Haus Hohenbusch. Zehn Bilder hat die Malerin mitgebracht - zehn herausragende Werke von Künstlern des 20. Jahrhunderts hat Sofie Busch ihren Stempel aufgedrückt, einen röhrenden Hirschen.

Und so lautet der Untertitel dieser Präsentation auch „Ausstellung einer Retrospektive auf die Malerei des 20. Jahrhunderts”.

Die Aachener Kunsthistorikerin Kirsten Remky erklärte dem Vernissagepublikum, nachdem der Posaunenchor der Jäger Erkelenz das Halali geblasen hatte, worum es geht.

„Aus der heutigen Sicht wird die Darstellung des röhrenden Hirsches oft als Inbegriff des Kitsches und der trivialen Malerei angesehen. Für die Künstlerin Sofie Busch strahlt das Bild des röhrenden Hirschen Gemütlichkeit, Geborgenheit und Sicherheit aus. Gefühle nach denen sie sich seit ihrer Kindheit sehnt.”

Franz Marc ist nicht nur Mitgründer der Künstlervereinigung „Blauer Reiter”, sondern auch einer der zehn Kandidaten, die Sofie Busch für ihr Kunstprojekt ausgewählt hat.

Marc habe selber gerne Tiere gemalt, erläuterte Kirsten Remky, Sofie Busch setze diesem Tier nun ein großes Geweih auf und „damit haben wir dann wieder den röhrenden Hirschen”. So einfach kann Kunst sein.

Als Paul Gauguin keine Lust mehr hatte, jeden Tag in die Bank zu gehen, sich gerade vom „Sonntagsmaler” zu einem der führenden Impressionisten mauserte, packte er seine Koffer und zog in die Südsee.

Dort malte er einheimische Schönheiten - ob dabei auch mal ein brünftiger Hirsch vor die Staffelei lief, ist nicht überliefert. Sofie Busch nimmt darauf keine Rücksicht, die Freiheit der Kunst erlaubt es ihr, sie lässt einen ihrer Hirsche Gauguins barbusige Tahitianerin anröhren.

Eine neue Schaffensphase

Für Pablo Picasso war es ein ganz wichtiges Bild, nein nicht das vom Hirschen, sondern seine „Demoiselles d„Avignon”, sollte es doch eine neue Schaffensphase in des Meisters Werk einläuten, den Kubismus. Sofie Busch orientiert sich an Picassos Malweise und gesellt noch einen kubistischen Hirschen zu den Demoiselle.

Wie Sofie Busch einem Piet Mondrian, der seine Malerei so weit reduzierte, dass ausser ein paar Linien nichts mehr übrig blieb, einen Hirschen „untergejubelt” hat, erfährt, wer die Ausstellung im Klostercaf besucht, bis zum 25. Juli, dienstags bis freitags ab 14 , samstags und sonntags ab 10 Uhr.

„Geborgenheit und Freiheit,” sagt Sophie Busch, „sind immense Gegensätze, die im Leben wie in der Kunst gelebt werden wollen, Können die Gegenpole vereint werden, geben sie Kraft für Entwicklungen und Mut für Neuerungen.”
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