Geldnot bringt Tiere ins Heim

Von: Anna Petra Thomas
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Wie Vorsitzende Bianka Mai fre
Wie Vorsitzende Bianka Mai freute sich auch die kleine Hündin Kiwi über den Besuch von Bürgermeister Wolfgang Dieder, der die Schirmherrschaft über die Initiative „Futternapf der Herzen” übernahm. Foto: Thomas

Heinsberg-Kirchhoven. Das rote Band, das Bürgermeister Wolfgang Dieder im Tierheim in Kirchhoven durchschnitt, interessierte die quirligen Vierbeiner um ihn herum recht wenig. Wichtiger waren ihnen die vielen Leckereien, die damit liebevoll verschnürt waren.

Offiziell übernahm Dieder damit die Schirmherrschaft für die Aktion „Futternapf der Herzen”, einer neuen Initiative des Tierschutzvereins für den Kreis Heinsberg.

Immer mehr Tiere würden durch die finanzielle Not ihrer Besitzer in Not geraten, könnten nicht mehr angemessen versorgt werden oder müssten gar im Tierheim abgegeben werden, erklärte Vereinsvorsitzende Bianka Mai zum Hintergrund der Idee. „Im Tierheim erleben wir oftmals traurige Abschiede, wenn Tiere und Menschen sich aus finanzieller Not heraus trennen müssen. Wir wollen versuchen, dies zu verhindern”, betonte sie.

Bei 30 Prozent der Tiere, die im Tierheim abgegeben würden, sei derzeit allein die finanzielle Not ihrer Besitzer der Hintergrund der Trennung. „Gelebter Tierschutz bedeutet für uns aber auch, den Menschen zu helfen, die ein Tier in ihrer Obhut haben und in Not geraten, selbst wenn das besagte Tier nicht in unserem Tierheim untergebracht ist.”

Das Tierheim in Kirchhoven folgt mit seiner Initiative einem Beispiel des Tierheims Koblenz. Unterstützt werden sollen damit alleine Tierbesitzer, die bereits ein Tier besitzen und in finanzielle Not geraten sind. Eine Abgabe von Futter an sie findet nur nach Vorlage eines Bedürftigkeitsnachweises und nach einem persönlichen Gespräch statt.

Anschaffungen von Tieren würden in diesem Rahmen nicht unterstützt, ebenso keine sogenannten Vieltierhaltungen, sagte Mai. Zudem müssten Hunde dem Tierheim durch den Halter regelmäßig zur Kontrolle vorgestellt werden, Katzen und weitere Kleintiere würden bei ihren Haltern vor Ort auf artgerechte Haltung überprüft.

Es seien nicht wenige Anfragen zu Schirmherrschaften, die an ihn herangetragen würden, erklärte Dieder in einer kurzen Ansprache. Zu diesem Projekt habe er schnell und uneingeschränkt Ja gesagt, weil er davon begeistert sei. „Das hier ist ein Akt der Menschlichkeit, und der ist immer unterstützenswert”, sagte er. Dank der großen Spende eines Hückelhovener Futtermittelhändlers ist das Lager des Tierheims gut gefüllt, und so war es bereits am Dienstag erstmals zur Ausgabe von Futterspenden geöffnet, danach jeweils dienstags von 16 bis 18 Uhr.

Angenommen werden Futterspenden im Tierheim jeweils montags, dienstags und donnerstags von 9 bis 18 Uhr, mittwochs, freitags und samstags von 9 bis 16 Uhr und sonntags von 9 bis 14 Uhr. Wer dem Tierheim Futter spendet, kann dabei jeweils selbst entscheiden, ob es den Heimtieren oder der Aktion „Futternapf der Herzen” zugute kommen soll.

„Tierschutz steht und fällt mit all den Menschen, die hier mitmachen und helfen”, erklärte Mai abschließend. Die neue Aktion zeige, dass der Verein jetzt aktiven Tierschutz im Kreis Heinsberg auch über das Tierheim hinaus betreiben könne.

„Ich weiß nicht, was jetzt auf uns zukommt”, räumte sie ein. „Es ist ein Abenteuer. Aber wer nichts versucht, der bewegt auch nichts!” So freut sie sich auch schon jetzt auf den Tag der offenen Tür im Tierheim, der traditionell am Muttertag, in diesem Jahr also am Sonntag, 13. Mai, stattfindet. Dabei feiert das Tierheim in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen und lädt unter anderem zu einer Kleintiersegnung mit Pfarrer René Mertens ein.
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