Gefühlvolle Annäherung an die Meister

Von: helen
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Erkelenz. Eigentlich kaum zu glauben, wer da am Flügel saß. Doch die Klänge, die in der Erkelenzer Leonhardskapelle widerhallten, produzierten in all ihrer Professionalität tatsächlich Schüler - Klavierschüler der Kreismusikschullehrer Gabi und Josef Paczyna.

Schumann, Schubert und vor allem Chopin standen bei dem Klavierkonzert auf dem Programm, zu dem das Musikatelier Paczyna, der Verein Pro Musica, jüngstes Mitglied im Stadtmusikbund, und die Kreismusikschule Heinsberg geladen hatten.

„Es geht uns auch darum, den Schülern die Botschaft zu Vermitteln, die hinter der Musik steht, etwa die Romantik”, sagte Musiklehrer Josef Paczyna.

Bei den Schülern schien dies angekommen zu sein. David Steike spielte Chopins Nocturne cis-moll berührend gefühlvoll mit ausgefeilter Dynamik, künstlerischen Verzögerungen und klaren Trillern.

Energisch zeigte er sich bei dem folgenden Präludium von Chopin in verstörendem As-Dur, spielte sauber die Akkorde in forte und baute das ausgedehnte Ende gut aus. Energisch ging es dann auch mit Robert Schumanns Aufschwung weiter, den Angelika Rohmen mit schwungvollem Fingerschlag gekonnt darbot.

Sehr sauber intonierte Arianna Kalisch das Impromptu Es-Dur von Schubert mit schnellen Läufen und die Polonaise c-moll von Chopin mit seinen bedrohlichen Oktavwechseln. Melissa Ewering tat es ihr gleich, ob bei Chopins Walzer As-Dur oder seiner rasanten Polonaise A-Dur, die mit wilden, schnellen Akkordwechseln Pianisten nicht nur vollste Konzentration, sondern auch sichtbar körperlichen Einsatz abverlangt.

Auch in Pausen zwischen einzelnen Stücken wurden die Zuhörer musikalisch von Tröten „verwöhnt”, mit denen die Teilnehmer am City-Lauf angespornt wurden. Stören konnte dies das Konzert jedoch nicht.

Das Impromptu As-Dur von Franz Schubert wurde von Elisa Waldhoff ausdrucksstark dargeboten. Mit dem ihr eigenen gestischen Nachdruck spielte sie energisch-sanft-vertieft. Mit der Polonaise in cis-moll von Chopin übertraf sie sich dann doch noch selbst und wurde von dem musikverständigen Publikum in den gefüllten Reihen der Leonhardskapelle mit viel Applaus gewürdigt.

Das große Finale schließlich lag in den Händen von Martin Rütten. Professionell spielte der 21-jährige Physikstudent das Arabesque G-Dur von Robert Schumann und die anspruchsvolle Etüde F-Dur von Frederique Chopin. So beendete nachdrücklicher Applaus das Konzert.

Die Leistung der Musiker entspringt neben Talent, Training, Hingabe und Musikliebe auch einem professionellem motivierenden Unterricht, Engagement und innovativen Veranstaltungen.

Alle zwölf MusikerInnen werden im Herbst nächsten Jahres zusammen mit einem polnischen Jugendorchester aus Krakau bei der mittlerweile etablierten Konzertveranstaltung „Grenzenlose Klassik” in Polen und Deutschland spielen. Da wird sich das Konzerterlebnis bei einer Symbiose von Pop, Klassik und Jazz sicher noch steigern.
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