Erkelenz-Venrath - Gaststätte Bruns in Venrath feiert Jubiläum

Gaststätte Bruns in Venrath feiert Jubiläum

Von: dn
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Wirtin Juliane Bruns, wie man sie in Venrath kannte: 1977 bei ihrem 80.Geburtstag. Foto: Dahmen

Erkelenz-Venrath. Im Schatten der Pfarrkirche St. Valentin in Venrath, die 1868 ihre Weihe erhielt, liegt die Gaststätte Bruns. Darin trafen sich bereits seit 1759 die Menschen zu Geselligkeit bei Bier, Wein und Gedankenaustausch und führten heftige Diskussionen über die Dorfpolitik.

Die beliebte Gaststätte überlebte Kriege, Stürme, Höhen und Tiefen. Inzwischen ist sie 250 Jahre alt geworden und immer noch der Mittelpunkt des Dorfes.

Hans-Josef Dederichs hat in den Annalen der Dorfgeschichte geblättert und erstaunliche Ereignisse aus dem Dunkel der Vergangenheit ans Tageslicht geholt. „Wilkum du mein lieber Gast, wan du Gelt im Beutel hast. Hast du Gelt, so setz dich nieder, hast du keins, so geh gleich wieder. 18. April 1777”. Diese, in einen Balken geschnitzte Inschrift zeugt von gesundem Selbstbewusstsein und Geschäftssinn und zierte einst die Eingangstür im traditionsreichen Gasthaus Bruns.

Dieser Balken existiert heute noch und sollte, so die überlieferten Erzählungen der ehemaligen Wirtin Juliane Bruns, nach Renovierungsarbeiten wieder an alter Stelle eingebaut werden; die Handwerker vergaßen jedoch den Einbau. Die in Holz geschnitzten Zeugnisse besitzen sicherlich einen hohen heimatkundlichen Wert. Eine weitere Schnitzerei weist auf den Ursprung des Hauses Bruns hin: „Gerades Thomas und Petronella Coenen erbauten dieses Haus zur Ehre Gottes, 4. July 1759”. Es handelt sich offenbar um Verwandtschaft der Familie Bruns. Dies wusste ebenfalls Juliane Bruns, die 1988 im Alter von 90 Jahren verstarb, zu berichten, denn das Haus sei schon immer im Familienbesitz gewesen.

Über die Geschichte der Dorfschenke ist noch einiges überliefert. Noch vor rund 90 Jahren war ein größerer landwirtschaftlicher Betrieb angeschlossen, und man besaß sogar eine eigene Brauerei. Dem Bier sagte man neben vielen anderen den besonderen Vorzug nach, dass es „klebte wie Apfelkraut”. In der guten alten Zeit kamen die reichen Bauern der Umgebung mit dem Pferdegespann zum Essen, und die Alten trafen sich zum Kartenspiel. Es herrschte Sitte und Anstand: Wenn die Abendglocken läuteten, erhoben sich die Spieler und beteten den „Engel des Herrn”.

Das Äußere der Gaststätte Bruns hat sich Lauf der Zeit verändert. Aber wenn man das Innere betritt, die alte, niedrige Balkendecke und die Holzvertäfelung sieht, fühlt man sich trotz des Fernsehers und neuzeitlicher Thekenanlage in die Vergangenheit versetzt. Man genießt die Atmosphäre einer traditionsreichen Venrather Dorfwirtschaft.

Begegnungsstätte für die Bürger

1984 feierte man das 225-jährige Bestehen der Gaststätte. Aus Anlass des Jubiläums pflanzten die Gäste auf dem Vorplatz zur Gaststätte einen Baum; am 23. März 1985 setzte die Dorfgemeinschaft einige Kugelahornbäume dazu. Im November 1988 kaufte die Bürgerinitiative Stop Rheinbraun die Gaststätte und machte sie zur Keimzelle des Widerstands gegen den Braunkohletagebau Garzweiler II. Nunmehr ist es Ziel, die verpachtete Gaststätte als Begegnungsstätte für die Bürger zu erhalten. Dazu wurde 2004 der Biergarten neu gestaltet.
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