Gastfreundliches Russland: Rur-Rocker werden in Pskow gefeiert

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Die Rur-Rocker freuten sich über das Zusammenwirken mit Vadim Samoylow, Leadsänger der Band Agata Kristi, beim Konzert in der Philharmionie.
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Das Konzert in der Philharmonie Pskow mit den Rur-Rockern war der Abschluss des Festivals „Andere Kunst“ für Menschen mit und ohne Behinderung.
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Die Kinder im Waisenhaus in Pskow freuten sich über die Rhythmusinstrumente, die ihnen die Rur-Rocker als Geschenk mitgebracht hatten.

Kreis Heinsberg. Gerade in Krisenzeiten dürfen die zivilgesellschaftlichen Kontakte zwischen den Menschen nicht abreißen: Dieser Ausspruch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier und die langjährige enge Beziehung zum Heilpädagogischen Zentrum für behinderte Kinder und Jugendliche (HPZ) im russischen Pskow erleichterten der Rurtal-Schule den Entschluss, mit ihrer Band Rur-Rock die Einladung zu einem Besuch mit Freude anzunehmen.

So begannen schon im Mai vergangenen Jahres die Planungen für die von vielen Organisationen unterstützte Russland-Reise der Förderschule des Kreises Heinsberg mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Mit dem Benefizkonzert im November in der Schule in Oberbruch wurde der Startschuss für die heiße Phase der Vorbereitungen gegeben. Im März besuchten Britta Frenken, die Konrektorin der Rurtal-Schule, und Hauptschullehrer Klaus Hurtz zur Vorbereitung des geplanten deutsch-russischen Musikprojektes das HPZ in Pskow.

Zum fünften Mal seit 2001 machten sich nun also die Rur-­Rocker auf den Weg nach Pskow. Zur Reisegruppe gehörten sieben Schüler der Rurtal-Schule (Fabian Hansen, Simon Hühnerbein, Violetta Hüsges, Joana Zander, Anna Lynen, Kevin Hofmann und David Uwaoma), sechs Schüler der Hauptschule Oberbruch (Sven Dümling, Diana Herrmann, Adam Miller, Karina Möllemann, Justin Odenthal und Niklas Schiffers), fünf Alt-Rur-Rocker von der Lebenshilfe (Daniel Stolz, Emily Vieten, Tanja Berlin, Carolin Schlesinger und Miriam Hennen) sowie sieben Lehrkräfte (Schulleiter Volkmar Gilleßen, Beate Theißen, Walli Blum, Michael Houben, Klaus Hurtz, Karl Wibbeke und Andreas Grothof). Außerdem gehörten zur Reisegruppe der ehemalige Leiter der Rurtal-Schule, Bernd Schleberger, und Jens Zeuschner (Oberstleutnant der Reserve).

Ein reichhaltiges Programm erwartete die Rur-Rocker in Pskow. Dort wurde der 71. Jahrestag des Sieges gegen das faschistische Deutschland im „Großen Vaterländischen Krieg“ gefeiert. Die Bürger von Pskow, welche die Rur-Rocker beim Volks- und Friedensfest als Deutsche erkannten, begegneten der Gruppe aus Oberbruch mit Freundlichkeit und Warmherzigkeit. Der Tag endete am Puschkin-Denkmal. Dort gab es ein Wiedersehen und Wiederhören mit dem Jugendblasorchester Pskow, mit dem die Rur-Rocker im Rahmen gemeinsamer Musikprojekte in der Vergangenheit auf der Bühne gestanden haben.

Am nächsten Tag wurde im Heilpädagogischen Zentrum ausgiebig geprobt. Dort stießen auch vier Schüler des HPZ (Artur Koljagin, Andrey Petrow, Malischi Raisowa und Leonid Rusinow), zwei Lehrerinnen des HPZ (Jelena Rudakowa und Anastasia Antonowa) und Mitglieder der Band „Väter und Kinder“ (Vadim Andreev, Tatjana Wasiljewa, Maria Kruglowa, Natalja Kruglowa und Daniil Michajlow) dazu. Mit 37 Musikern war die Projektband Rur-Rock – MbI-BMECTE nun komplett.

HPZ-Erweiterungsbau eingeweiht

Im Mittelpunkt des nächsten Tages stand der Festakt zur Einweihung des großen Erweiterungsbaus vom Heilpädagogischen Zentrum. Oberkirchenrat Klaus Eberl, der als Initiator des HPZ ein hohes Ansehen in Pskow genießt, war inzwischen auch angereist. In Anwesenheit des Gouverneurs und hochrangiger Politiker aus Moskau boten die Rur-Rocker einen kurzen musikalischen Beitrag in der neuen Aula des HPZ. Eine begeisterte Mutter lud daraufhin spontan die Rur-Rocker in ihre Heimatstadt Kasan, der Hauptstadt der Republik Tatarstan ein.

Beim internationalen Festival „Andere Kunst“ für Menschen mit und ohne Behinderung war den Rur-Rockern eine besondere und tragende Rolle zugedacht worden. Die Probenarbeit ging am nächsten Tag weiter. Am Abend war auf dem Freigelände des HPZ ein Jazzabend mit in- und ausländischen Bands angesagt. Die Rur-Rocker Daniel Stolz, Miriam Hennen, Volkmar Gilleßen, Beate Theißen, Walli Blum, Klaus Hurtz, Michael Houben und Karl Wibbeke gaben eine musikalische Kostprobe mit den Stücken „Come Together“ und „ Hit The Road Jack“.Ein besonderes Ereignis war am nächsten Tag ein Unplugged-Auftritt in einem Waisenhaus in Pskow.

Dort trafen die Rur-Rocker auf das Blasorchester Helikon mit Kindern und Jugendlichen des Waisenhauses. Das gemeinsam vorgetragene Stück „We Will Rock You“ wurde begeistert bejubelt. Sehr gefreut haben sich die Waisenkinder über die Rhythmusinstrumente, die von den Rur-­Rockern als Geschenk überreicht wurden.

Zum Höhepunkt wurde schließlich das Konzert in der Philharmonie in Pskow zum Abschluss des Festivals. Da trafen die Rur-Rocker auf die in Russland sehr angesagte Gothic-Rock-Band Agata Kristi. Vadim Samoylow, Leadsänger von Agata Kristi, begrüßte die Rur-Rocker nach dem Soundcheck herzlich, und es wurde vereinbart, dass er bei den Stücken „Lady in Black“, „We Will Rock You“ und „Highway To Hell“ mitsingt und das Keyboard mitspielt.

Mit etwas Lampenfieber betraten die Rur-Rocker schließlich die Bühne in der voll besetzten Philharmonie. Die circa 1000 Zuschauer belohnten die Rur-Rocker mit großem Applaus und den rhythmischen Rufen „Ma-la-dzi“ ( Ihr seid gut). Sehr gut kam beim Publikum die deutsch-russische Fassung des Liedes „Auf uns“ von Andreas Bourani an. Der Auftritt von „Agata Kristi“ löste weitere Begeisterungsstürme aus. Sie mussten eine Zugabe nach der anderen geben.

Glücklich und zufrieden verließen die Rur-Rocker nach dem Konzert die Philharmonie und fuhren noch einmal zurück ins Hotel. Alle verabschiedeten sich herzlich, manche mit Tränen in den Augen, von den Gastgebern. Vor allem Swetlana Andreewa, stellvertretende Leiterin des HPZ, hatte wieder dafür gesorgt, dass die Rur-Rocker eine wunderbare Zeit in Pskow erleben konnten.

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