Wegberg - „Gassiradeln” ist nicht bei allen Hunden sinnvoll

„Gassiradeln” ist nicht bei allen Hunden sinnvoll

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Richtig gemacht, kann das Gass
Richtig gemacht, kann das Gassiradeln für Hund und Halter ein Vergnügen sein. Foto: imago

Wegberg. Im Sommer wird geradelt, was das Zeug hält. Kurze Wege, Besorgungen und auch längere Strecken werden gerne mit dem Drahtesel erledigt, denn Bewegung an der frischen Luft ist gesund. Auch Hundehalter nutzen das Rad gerne, um ihren vierbeinigen Freunden eine vermeindliche Freude zu bereiten und ihnen mal richtig Auslauf zu ermöglichen.

Das kann aber gehörig schiefgehen und für Hund und Herrchen durchaus negative Folgen haben. Deshalb sollte man sich Gedanken machen, bevor man sich mit dem Hund an der Leine aufs Rad schwingt. Hundetrainer wie Kirstin Müller aus Wegberg kennen Tipps und Tricks, die man befolgen sollte, wenn der Radausflug mit dem Vierbeiner nicht zum Debakel werden soll.

Zuerst einmal, so betont Müller, müsse der Hund an sich gut erzogen sein und wissen, wie er sich an der Leine zu benehmen hat. Trotzdem sei es eine Umstellung für das Tier, wenn es auf einmal neben dem Fahrrad herlaufen muss. Deshalb sollte man zuerst kurze Strecken wählen, um Tier und Mensch an die neue Situation zu gewöhnen. Beim ersten Ausflug seien zehn Minuten ausreichend, danach könne die Strecke schrittweise gesteigert werden.

Bei zu großer Hitze sollte man weder sich noch seinem Hund eine solche Tortur antun. „Für übergewichtige, alte oder kranke Hunde ist das Gassiradeln tabu”, betont die Hundetrainerin. Auch Tiere unter zwei Jahren sollten lieber zu Fuß ausgeführt werden, da sich die Knochen noch im Wachstum befinden und durch die ungewohnte Dauerbelastung Schaden nehmen könnten.

Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass das Tier rechts vom Rad geführt wird und die Strecke nicht zu viel über Schotter und Asphalt führt, da die Tiere sich an den Pfoten verletzen könnten. Sind die Pfotenballen vom rauen Untergrund rissig geworden, helfen Vaseline, Melkfett oder Ringelblumensalbe.

Kleinere Rassen wie Dackel oder Terrier eignen sich aufgrund ihrer Größe nicht zum Gassiradeln, denn sie würden den Radler zum Schritttempo zwingen. Bei Radausflügen gehören Hunde bis fünf Kilo durchaus in Fahrradkörbchen, wenn sie das gewohnt sind. Bei größeren Tieren sollte darauf geachtet werden, dass sie neben dem Rad traben können ohne über längere Strecken in den Galopp zu verfallen.

Auch füttern sollte man das Tier nicht, bevor es losgeht. Dafür sollte die Strecke so gewählt werden, dass ein erfrischendes Bad in einem See oder Bach möglich ist.

Doch der größte Fehler, den man unbedingt vermeiden sollte, führt zu den meisten Besuchen im Krankenhaus. „Man sollte niemals die Leine um den Lenker wickeln”, betont Müller. „Am besten legt man sie über den Lenker und umfasst sie mitsamt dem Griff.” Denn so kann man sie notfalls loslassen, bevor einen der Hund unbedacht zu Fall bringen kann. Eine Grundvoraussetzung ist jedoch, dass das Tier gut erzogen ist und auf sein Herrchen oder Frauchen hört. Denn dann kann der Radausflug mit Vierbeiner auch wirklich zu einem Vergnügen werden.

Aktenkundig in Form einer polizeilichen Anzeige werden die Unfälle mit Vierbeinern am Fahrrad eher selten, wie Hauptkommissar Karl-Heinz Frenken von der Kreispolizeibehörde auf Nachfrage bestätigt. „In den letzten zweieinhalb Jahren hat es nur einen einzigen Fall gegeben, der gemeldet wurde. Dabei kam es dann aber auch gleich zu schweren Verletzungen.” Über die Dunkelziffer lasse sich nur spekulieren.
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