Ganz genau wie im richtigen Leben

Von: Pia Wilbrand
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Die große Sause der ansonsten so biederen Frauen und die Männer als getarnte Clubbesucher im Mittelpunkt. Foto: Kerkhoff

Wegberg. Nochmal einen Abend jung sein, einen drauf machen und das langweilige Spießerleben hinter sich lassen, kurz: „Die Zeit zurückdrehen und die wilden Jahre noch einmal erleben.”

Diesen Plan schmieden Friedhelm Bundschuh (Uwe Stevens) und seine Freunde Josef Pfeifer ( Karlheinz Bonitz) und Peter Busch (Hans Peter Gerads/ Willi Daners) sowie die „studierte Pfeife”, Bundschuhs Chef, Dr. Dr. Ansgar Müller-Tiefensee (Toni Röttinger) im aktuellen Theaterstück der Schwalmbühne Harbeck „Leberkäs und rote Strapse” von Regina Rösch.

Damit der Plan gelingt, müssen aber erst einmal die Ehefrauen aus dem Weg geschafft werden. Mit einem geschenkten Wellnessurlaub soll die strumfreie Bude ein Wochenende lang garantiert auch Männerzone bleiben. Der Alkohol ist gekauft, die alten Hippie-Klamotten ausgegraben, und auch die Musik stimmt. Bundschuh und seine Jugendfreunde stimmen ihre eigene, zotige Version von „Smoke on the Water” an, die dann auch das ganze Pupblikum begeistert mitsingt. „Her mit den Weibern! Wir legen alle flach!”

Trotzdem verläuft der erste Abend aber etwas ernüchternd. Bundschuhmit seinen glitzernden Platoschuhen erleidet einen Hexenschuss, statt Postern von den Stones und Deep Purple müssen sich die Altrocker mit Lady Gaga, Eminem und Tokyo Hotel zufrieden stellen und schon die erste Asbach-Cola verursacht Sodbrennen. Außerdem fehlt da noch was: Die Weiber! Müller-Tiefensee beschließt deswegen, die Herren nach Düsseldorf ins „Blind Date” einzuladen, wo Frauen an der Stange tanzen. Weil dort aber Liane ( Nadine Kosak), die Untermieterin von Pfeifer, arbeitet, geht es inkognito als Italiener in die Bar.

Parallel dazu entschließen auf der anderen Seite der aufwendig gestalteten Bühne die Frauen Gertrud Pfeifer (Ulrike Kotlowski), Margarete Bundschuh (Helga Rögels) Hedwig Busch (Karin Bonitz) und Emilie Meister (Melissa Graj), dass Wellness eigentlich viel zu langweilig ist. „Da gehen doch nur die Weiber hin, die merken, dass se älter werden.” Statt dessen wollen sie tanzen und nochmal begehrt werden. Aus sie fahren nach Düsseldorf, ins Blind Date, inkognito.

Für den dritten Akt baute die Theatertruppe das Bühnenbild in nur 15 Minuten um. Der Vorhang geht auf, das Etablissement erscheint und ein Zuschauer ruft: „Das ist doch ein Puff!” In Lila und Rot ist das Bühnenbild nun gehalten mit einer silbernen Theke und schwarzen Ledersesseln und die Stange zum Tanzen fehlt auch nicht. Hier treffen die „italienischen” Kasanovas aus Madrid auf die maskierten Damen.

„Die haben wenigstens noch Feuer unterm Hintern!” Und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Mit „Leberkäs und rote Strapse” hat der Theaterverein Schwalmbühne Harbeck ein Lustspiel auf die Bühne gebracht, das das Publikum mitfiebern, -lachen und -singen lässt. Die Geschichte ist sehr menschlich und hat für viele Zuschauer einen hohen Wiedererkennungswert im eigenen Leben. „Ich brauche gar nicht üben”, sagt eine Schauspielerin. „Das ist eh wie bei uns zu Hause.”
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