Gangelt setzt auf eine Zukunft mit LED-Licht

Von: hama
Letzte Aktualisierung:
Auf dem Luisenring in Gangelt
Auf dem Luisenring in Gangelt werden derzeit drei verschiedene Varianten der LED-Technik ausprobiert. Das Licht der beiden Lampen im Vordergrund ist deutlicher heller und strahlt breiter. Kostengünstiger ist es um ein Vielfaches. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen”, sagte schon der alte Konfuzius, dessen unendliche Weisheit nun auch in Gangelt kontrovers diskutiert wird. Es geht um die Abschaltung der Straßenbeleuchtung in weiten Teilen der Gemeinde Gangelt. Während der Woche ist es von 0 bis 5 Uhr dunkel, am Wochenende zwei Stunden später.

Gefasst worden ist der Beschluss einstimmig Ende 2011. „Es hat einige Resonanzen gegeben”, eröffnete Bürgermeister Bernhard Tholen die Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss. 272 Hastenrather haben sich in eine Unterschriften gegen die Abschaltung eingetragen. Auch Einzelbeschwerden hat es beim Bürgermeister ebenso wie bei den Ratsvertretern gegeben. „Da war von Angst die Rede und von einem Rückschritt in die Vergangenheit”, so Tholen. Er erinnerte noch einmal daran, dass die Grundlage des Beschlusses Energie- und Kosteneinsparungen waren.

Der CO2-Ausstoß soll um rund 130 Tonnen reduziert und Kosten in Höhe von rund 37.500 Euro eingespart werden. Dieses Geld soll zumindest teilweise in die Umrüstung der alten Straßenlaternen mit moderner LED-Technik fließen. 2100 Leuchten gibt es in der Gemeinde. Der gehören 700 davon, die anderen 1400 noch der West-Energie. Einige Lampen beispielsweise in Birgden sind schon mit Natrium-Dampflampen umgerüstet, ebenfalls eine energiesparende Technik. Auf dem Luisenring werden derzeit drei verschiedene Varianten von LED-Leuchten getestet.

Da Hastenrath noch über sehr alte Beleuchtung verfügt, dachte Tholen schon einmal an, mit dem Umrüsten der 70 Laternen dort zu beginnen. „Das Bauchgefühl der Bürger kann ich verstehen”, begann der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Milthaler. „Es sind aber nicht viele Bürger, die wirklich von dem Problem betroffen sind!” Es gäbe in der Diskussion zwar nachvollziehbare Argumente. „Zu denen gehört aber nicht, dass manche Leute beim nächtlichen Toilettengang die Straßenbeleuchtung vermissen!” Man wolle das Thema „nicht aussitzen”, sei aber in der Fraktion mehrheitlich der Meinung, dass die Testphase von einem Jahr unverändert bis Ende März 2013 laufen solle. „Unser nachhaltiges Ziel ist es, in naher Zukunft mit LED-Technik umzurüsten und dann auf die Nachabschaltung zu verzichten!” Rainer Mansel für die SPD, Rene Stegemann für die FDP und Roger Schröder, UB-Fraktion, schlossen sich grundsätzlich diesem CDU-Vorschlag an.

Mansel zeigte sich allerdings überrascht darüber, wie heftig die Kritik vorgetragen wurde. Er sprach, genau wie später Roger Schröder, davon, dass das Vorhaben nicht „nachvollziehbar kommuniziert worden sei”. Hätte man diese Sparmaßnahme Straßenbeleuchtung nicht ergriffen, „wäre alternativ die Vereinsförderung gekürzt worden”, so Mansel. Auch eine Erhöhung der Grundsteuer B um zwei Prozent würde den geldwerten Ausgleich schaffen, nicht jedoch die Ökobilanz verbessern. „Man kann nicht bei jedem Gegenwind umkippen”, fügte Rene Stegemann dem noch hinzu. „Wir haben wohl das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger vernachlässigt”, begann Roger Schröder. Zu sehr habe man sich wohl auf Klimaschutz und Haushalt konzentriert und dabei die Kommunikation vergessen. Die Argumente der „Protestler” seien für ihn größtenteils nicht haltbar. Robert Dahlmanns (CDU), Ortsvorsteher von Hastenrath, freute sich zwar über das „bürgerschaftliche Engagement im Dorf”, aber auch er blieb dabei, die einjährige Probezeit nicht abzubrechen.

So gingen am Ende der Sitzung rund 20 Bürger eher enttäuscht in die nahende Dunkelheit nach Hause.

In einer früheren Version dieses Artikels hatte es geheißen, Roger Schröder gehöre den Freien Wählern an. Tatsächlich ist er für die UB-Fraktion tätig. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert