Furioser Klavierabend zum Start der Saison

Von: ulla
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Kreis Heinsberg. Mit einem furiosen Klavierabend startete die Anton-Heinen-Volkshochschule in der Erkelenzer Stadthalle ihre Meisterkonzerte in der Saison 2013/2014: Der Pianist Klaus Sticken spielte Werke von Ludwig van Beethoven, Robert Schumann und Julius Reubke auf eine Weise, dass das Publikum zwei Stunden ebenso entzückt wie gebannt zuhörte.

Klaus Sticken, seit 15 Jahren international im Konzertleben präsent und seit 2009 Professor am Wiener Konservatorium, besticht durch seine intelligenten Interpretationen, technisch perfekt und auf höchstem pianistischem Niveau vorgetragen, dabei voller Sensibilität und mit viel Herz und Seele. Er vermochte es, den der jeweiligen Musik innewohnenden Geist überzeugend und die Zuhörer ergreifend vorzutragen.

Sein Verdienst um die Klaviermusik besteht auch darin, dass er nicht nur die klassischen und bekannten Meister vorträgt, sondern auch einen eher unbekannten Julius Reubke der Vergessenheit entreißt.

Das Konzert begann mit der Sonate Es-Dur op. 27,1 von Ludwig van Beethoven, wobei der Untertitel „Sonata quasi una fantasia“ schon andeutet, worum es geht, nämlich vor allem um eine Musik, die sich von starren formalen Vorgaben löst und im schöpferischen Gestalten mit immer neuen Einfällen den Zuhörer gewissermaßen einfängt und dabei auch dem Pianisten Gelegenheit gibt, seine vielen Fähigkeiten nicht nur anzudeuten, sondern auch schon in vielerlei Hinsicht zu präsentieren. Dass dabei das Gefühl eine große Rolle spielt, ist weit entfernt von Sentimentalität.

Es folgte die Fantasie C-Dur op. 17 von Robert Schumann. Sie gehört nicht nur zu den bedeutendsten Werken des Komponisten, sondern auch zu den besten Stücken der Musikgeschichte. In ihr spiegelt sich auch wider die Zerrissenheit eines Menschen, dessen Liebe zu seiner Braut Clara Wieck von ­einem strengen und egoistischen Vater torpediert wird.

Der später so tragisch geendete Künstler verbindet in diesem Werk Leidenschaft und Trauer, unerfüllte Sehnsucht und ein aufgewühltes Inneres. Es mischen sich romantische Zartheit und Versonnenheit mit an Heroismus grenzendem Triumphalismus. Und das Stück stellt äußerste Ansprüche und größte Herausforderungen an den Pianisten.

Mit der Sonate b-Moll, selten zu hören und doch ein Kleinod romantischer Klaviermusik, des Liszt-Schülers Julius Reubke ging das Programm zu Ende. Diese Musik berührte vor allem durch ihre formale und dramatische Gestal-tung, ihre Empfindsamkeit und nicht zuletzt durch ihren virtuosen Anspruch.

Mit zwei Zugaben (Op. 6 Nr. 14 und Nr. 11 aus den Davidsbündlertänzen von Robert Schumann) ging ein Klavierabend zu Ende, der dem Publikum nach viel Beifall noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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