Hückelhoven - Für den Schachtchor gelten sehr strenge Regeln

Für den Schachtchor gelten sehr strenge Regeln

Von: syn
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Der Schachtchor des Fördervereins Schacht 3 stellte im Verlauf eines bergmännischen Frühschoppens seine neue CD mit Bergmanns- und Volksliedern vor. Franz-Josef Sonnen konnte als Vorsitzender des Fördervereins viele Besucher an Schacht 3 begrüßen, darunter Bürgermeister Bernd Jansen. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Die ehemaligen Bergleute von Sophia-Jacoba zeichnen sich durch einen aktiven Unruhestand aus. Im Förderverein Schacht 3, beim regelmäßigen Trödelmarkt oder anderen Aktivitäten in und um Hückelhoven sind sie dabei. Seit einigen Jahren gehört auch der Schachtchor um Rainer Appelt dazu.

Entstanden ist der heute 21-köpfige Chor aus einer Geburtstagsüberraschung zum 65. Geburtstag von Franz-Josef Sonnen. „Eigentlich wollten wir ihm nur ein Ständchen bringen”, erinnert sich Appelt an den ersten Auftritt vor sechs Jahren. Dann hatten die Sänger aber Blut geleckt und wollten weitermachen.

Der Chor könnte heute viel größer sein, denn das Interesse am Mitmachen ist sehr groß. Doch wer singen will, der muss auch im Förderverein Schacht 3 arbeiten. „Im Chor kann nur mitmachen, wer donnerstags zur Arbeitsgruppe am Schacht 3 kommt”, betont Appelt.

Was es bisher nur live zu hören gab, wurde nun auf Silberling gepresst. Im April nahm der Chor 14 Stücke an einem Sonntag im Maschinenhaus am Schacht 3 auf, das sich durch eine gute Akustik auszeichnet.

Auch dabei zeigten die Sänger eine Disziplin, von der sich andere Musiker eine Scheibe abschneiden könnten. „Nur ein Stück mussten wir zweimal singen”, erinnert sich Appelt. „Alles andere ging auf einen Rutsch.” Entstanden ist ein Album mit traditionellen Bergmannsliedern wie dem Steigerlied oder „Grubenlampen leuchten”, aber auch bekannten Volks- und Seemannsliedern.

Zu erkennen ist der Chor an seiner typischen Kleidung, die neben der Bergmannstracht auch aus dem orangen Halstuch besteht, mit dem die Frauen der Bergleute damals gegen die Zechenschließung in Hückelhoven demonstriert hatten.

Am Sonntag wurde die CD bei einem bergmännischen Frühschoppen im Maschinenhaus vorgestellt. Rund 3000 Stück wurden gepresst, die erste bekam Bürgermeister Bernd Jansen. Er lobte die „rührige Truppe”, die aus dem städtischen Leben in Hückelhoven nicht mehr wegzudenken sei.

Ein besonderer Dank der Sänger galt auch dem ehemaligen Arbeitsdirektor Heinz Preuß, der ebenfalls ein Exemplar bekam. Der Chor trage dazu bei, dass Sophia-Jacoba in Hückelhoven weiterlebe, betonte Preuß. Was als einmalige Sangesgruppe begonnen hat, ist längst zum Selbstläufer geworden. Die Sänger treten zumeist in Altenheimen auf und verlangen keine Gage. Es sei ihnen Lohn genug, wenn sie die Freude sehen, die sie mit ihren Liedern verbreiten können, so Appelt. Allein für dieses Jahr sind derzeit 23 Konzerte geplant - Tendenz steigend.

Die CD ist donnerstags von 9 bis 13 Uhr am Schacht 3 erhältlich, darüber hinaus in Hilfarth bei Lotto Gabler an der Breite Straße und in Ratheim bei Lotto Frei an der Buscher Straße. Weitere Verkaufsstellen werden gesucht.
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