„Fühlen uns dem Generalvikariat hilflos ausgeliefert”

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Wegberg-Merbeck. Bekannt sind die Zwänge der Finanz- und Personalnot in den Kirchen. Jetzt drohen auch für unsere Region Konsequenzen. Und die sind nicht erfreulich.

Zehn eigenständige Pfarren könnten unter einem einzigen Namen vereint werden. Darunter St. Maternus Merbeck. Die Pfarrei besteht seit 1818. Bis dahin mussten die Merbecker durch Heide und Moorbrüche nach Niederkrüchten wandern, um eine Messe zu besuchen. Nach entsprechenden Eingaben kam im Juni 1818 die Genehmigung - von der damals zuständigen Diözese Lüttich - für eine eigene Pfarrei.

Zweimal wurde unter großen Opfern die eigene Pfarrkirche erbaut: 1824 die „Peaperdoes” und und 1904 die renovierte St.-Maternus-Kirche, die heute als Kleinod neugotischer Baukunst am Niederrhein gilt. Natürlich bleibt sie stehen und wird weiterhin für Gottesdienste genutzt. Aber nach den Plänen des Bischofs nicht mehr als eigenständige Pfarrkirche.

Rund 1300 Gläubige betroffen

Das gefällt den Einwohnern von Merbeck, Tetelrath, Schwaam, Venn und Venheyde nun überhaupt nicht. Daher schrieben Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat von St. Maternus Merbeck quasi stellvertretend für rund 1300 Gläubige Bischof Mussinghoff einen dringenden Brief nach Aachen.

Die Triebfeder für alle Laien sei im Wesentlichen, das kirchliche Leben in enger Verbindung mit der Lebensgemeinschaft der Ortschaft Merbeck lebendig zu halten, sagen sie. „Aber zunehmend ist Hilflosigkeit und Resignation festzustellen. Die Gläubigen fühlen sich den Entscheidungen des Generalvikariats hilflos ausgeliefert.”

Mit einem voll funktionierenden KGV und GdG-Rat käme man dem Wunsch des Bischofs nach einer Straffung der Organisationsstrukturen nach. „Die Zusammenarbeit im KGV war von Anfang an gut, daher bitten wir Sie, den KGV bestehen zu lassen und von einer Fusion abzusehen. Die im Augenblick noch rechtlich selbstständig bestehenden Pfarreien tragen über ihre Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte dazu bei, dass die Kirche als Institution und lebendige Glaubensgemeinschaft vor Ort wahrgenommen wird.”

Der Bischof möge bedenken, dass in der ländlichen Struktur der Ortschaften die Kirche mit ihren Räumlichkeiten, angefangen vom Kirchengebäude über die Bücherei und das Pfarrheim, den Mittelpunkt des Ortes bildeten. „Bei einer Fusion bleiben zwar die Räumlichkeiten bestehen, aber die große Anzahl der ehrenamtlich mitwirkenden Menschen des Ortes in KV, PGR und vielen Vereinen wird auf diesem Weg verloren gehen. Es besteht die Gefahr, dass das Engagement der Ehrenamtler nachlässt.”

In einer Sitzung mit Vertretern aller Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände sei ein Votum verabschiedet worden, in dem zum Ausdruck komme, dass GdG-Rat und KGV der Weggemeinschaft Wegberg nicht mit der Fusion einverstanden seien.
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