Frühjahrsputz auf dem evangelischen Friedhof

Von: Günter Kleinen
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Die Ursprünge gehen auf das J
Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1595 zurück: Der alte evangelische Friedhof am Waldenrather Weg in Heinsberg hat eine optische Aufwertung erfahren. Er wurde unter anderem von Unkraut befreit und die Wege wurden mit frischem Kies befüllt. Foto: V.Müller

Heinsberg. Nach über 400 Jahren erfährt er einen zweiten Frühling: der alte evangelische Friedhof am Waldenrather Weg. Wer ihn nicht kennt, findet ihn nur schwerlich. Allzu unscheinbar, hinter einer massiven Backsteinmauer, fristet er bislang ein „Randdasein”.

Wenngleich ihm ein eigenes Kapitel im Jubiläumsbuch der evangelischen Kirchengemeinde, das Willi Frenken in der ihm eigenen Art als Heimatkundler 2008 geschrieben hat, gewidmet ist. Und dieses Buch war es wohl auch, das Jakob Gerards, erster Beigeordneter der Stadt Heinsberg, veranlasste, eine beispielhafte Aktion in Gang zu bringen, die nun abgeschlossen ist: Den alten evangelischen Friedhof einer intensiven gärtnerischen Pflege seitens der Stadt zu unterziehen und damit ein Stück Heinsberger Geschichte wieder anschaulich zu machen.

Pfarrer Sebastian Walde hatte aus diesem Grund zu einem „Ge(h)denken” eingeladen, zu dem neben den Gestaltern des Friedhofes und dem Willi-Willms-Projektchor auch Mitglieder der Kirchengemeinde erschienen waren. Nach dem Treffpunkt auf dem restaurierten Friedhof wanderte die Gruppe auch zu den Gräbern der Heinsberger Geistlichen auf dem städtischen Friedhof, bevor der Nachmittag in der Friedhofskapelle einen andächtigen Abschluss fand.

Hier erinnerte Jakob Gerards noch einmal an die Bedeutung des evangelischen Friedhofes für Heinsberg und stellte die engagierte Arbeit insbesondere von Gerd von Helden heraus, der in Zusammenarbeit mit seinen Kollegen Bernhard Heuter vom städtischen Bauhof und Josef Beiten als Leiter der Gärtner, für die Planung und Realisierung der Anlage zuständig war. Diesem Team, das hervorragende Arbeit geleistet habe, sprach er seinen und den Dank der Stadt aus, mit der Bitte, diesen an alle Beteiligten weiterzugeben.

So ist der kleine Friedhof am Rande der Stadt wieder zu einem Ort der Stille und Erinnerung geworden. Diesen Gedanken würdigt auch Stadtführer Helmut Hawinkels, wenn er künftig im Rahmen seiner Führungen zu „Heinsberger Geschichtsplätzchen” auch Friedhofsführungen anbietet, unter den sinnigen Bezeichnung „Ge(h)denken - Pfade der Erinnerung, Orte des Lebens.”

Jakob Gerards wählte zum Abschluss der Feier ein Zitat von Dietrich Bonhöfer, wie es treffender nicht hätte sein können: „Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.”

Aus der Historie des evangelischen Friedhofs

Die Ursprünge des alten evangelischen Friedhofs gehen auf das Jahr 1595 zurück. Seine heutige Form mit der Ziegelsteinmauer erhielt er 1872. Im Jahr 1930 beherbergte der Friedhof noch 16 historisch wertvolle Grabsteine, sie verwitterten im Laufe der Jahre größtenteils. Die vier, die noch am besten erhalten waren, wurden in die nördliche Innenwand der Christuskirche, die 1953 eingeweiht wurde, eingemauert.

Im Jahr 1972 hat die Stadt Heinsberg die Pflege der Anlage übernommen. Das Tor, eine Stahlrahmenkonstruktion, wurde in diesem Jahr ersetzt.
(vm)
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