Frühjahrskonzert in Braunsrath schon mit Wehmut

Von: sche
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Waldfeucht-Braunsrath. Im Zeichen von Abschied und Veränderungen stand das Frühjahrskonzert des Musikcorps. Nach 25 Jahren neigt sich die Ära Jo Brouwers ihrem Ende zu.

Über die Gründe wollte sich Vorsitzender Michael Claßen-Houben „nicht groß auslassen”, zumal der Dirigent noch bis Oktober amtiert. Diese Woche rückt ihm Harry Wolters aus Melick an die Seite, um zusammen das große Abschiedskonzert im Herbst vorzubereiten.

Wolters bleibt auch danach noch in Funktion - wie lange, ist offen. Man will sich Zeit lassen, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Bis dahin soll Harry Wolters es richten. Gefragt sind bei dem 60-Jährigen die jahrzehntelangen Erfahrungen mit einer Spitzenharmonie und seine Verbindungen.

Obwohl noch Zeit bleibt, war das Konzert nicht ohne Wehmut. Brouwers kämpfte am Schluss mit seiner Fassung, als ihm stehend vom Corps und Besuchern langer Beifall gespendet wurde und der Vorsitzende erklärte, dass er praktisch den ganzen Ort an die Musik und ans Musizieren gebracht habe.

Auch nach der offiziellen Verabschiedung wolle Brouwers mit dem Corps in Verbindung bleiben. Schon jetzt kümmert er sich intensiv um den Nachwuchs. Und der war an dem Abend die Hauptsache. Noch nicht ganz ein Jahr in der Ausbildung, brachte der Waldfeuchter Achim Tholen das 30-köpfige Jugendorchester im Alter von zwölf Jahren an aufwärts ganz groß heraus. War so etwas nach so kurzer Zeit möglich?

Die Kinder moderierten ihr Programm selbst und nahmen sich spöttisch auf den Arm. Die Besucher waren platt. Was da ablief, zeugte von „Kompetenz, pädagogischem Geschick und Begeisterung”. Achim Tholen, dem nur so der Schweiß von der Stirn rann, betonte, dass es für ihn darauf ankommen, dass die Kids eigene Erfahrungen machen und wie die Blätter am „Stammbaum” nachwachsen. Besser kann man es nicht ausdrücken. Das Programm nahm Bezug auf Intentionen, Vorlieben und Aktualität.

„Good friends” wollte man mit allen sein und rannte offene Türen ein mit Pop, Reggae, oder Jazz. Aber die Höhepunkte sollten noch kommen. Afrikanische Musik auf originalen Trommeln.

Tholen ist auch ein Spezialist für Rhythmik. Das Trommelquartett mit Kochlöffeln und Kochmützen war nicht nur absolut telegen, sondern einfach „bombastico”. Was hier ablief, war einfach Spitze.

Das schaffen nicht einmal Drumbands. Und dabei handelte es sich bei diesem Auftritt um eine lupenreine Premiere.

Die Großen gönnten den Kleinen die Favoritenrolle. Dennoch zauberten auch sie Neues aus dem Hut keine Tulpen aus Amsterdam, dafür „Springtime in Berlin”. Kees Vlak lieferte dafür eine Steilvorlage, die sich vom Brandenburger Tor und Reichstag bis zur Friedrichstraße abspielte, die dem Ku´damm den Rang abgelaufen haben. Bemerkenswert war, wie der Niederländer die pulsierende deutsche Hauptstadt sah.

Zünftige Märsche, ein Stück eines gewissen Mr. Acker Bilk sowie „Tatort”-Melodien von Klaus Doldinger und Co. rahmten diesen Teil schmissig ein, wobei man stets die Uhr im Auge hatte. Zwei Stunden - nicht länger. Dann war Schluss.
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