Heinsberg-Dremmen - Freundlichkeit ist nur schwer messbar

Freundlichkeit ist nur schwer messbar

Von: defi
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Pfarrer Hans Schmitz (2.v.r.) begrüßte Klaus Ehling (M.) als neuen Leiter des Altenheims Marienkloster in Dremmen. Zu den Gratulanten gehörten Pfarrer Bernhard Steffens (l.), Pflegedienstleiter Ralf Müller (2.v.l.) und Gottfried Botterweck (r.), stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands St. Lambertus. Foto: defi

Heinsberg-Dremmen. Nach langer Zeit der Vakanz hat das Altenheim Marienkloster in Dremmen mit Klaus Ehling einen neuen Leiter bekommen. Pfarrer Hans Schmitz begrüßte im Namen des Trägers, der Katholischen Kirchengemeinde St. Lambertus Dremmen den neuen Leiter, die Mitarbeiter des Altenheims und Vertreter der Kirchengemeinde im Rahmen eines kleinen Umtrunks in der Cafeteria.

„Der Kirchenvortsand beziehungsweise der Marienklosterausschuss”, so Pfarrer Schmitz, „konnte nach vielen Gesprächen mit Klaus Ehling nun einen kompetenten und in der Heimleitung erfahrenen Mann gewinnen.” Ehling stammt aus Düsseldorf und sammelte nach dem Abschluss des Studiums der Sozialpädagogik Erfahrung in der Heimleitung in mehreren Einrichtungen.

Zuletzt war er Inhaber eines Bildungsinstituts zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Lese-/ und Rechtschreibschwäche. Ehling hat sich bereits einen Monat im Marienkloster eingearbeitet und so konnte Pfarrer Hans Schmitz feststellen: „Sie haben diese Aufgabe, so habe ich es empfunden, mit großer Freude angenommen.”

Diese Aufgabe sei sicher nicht leicht, merkte der Pfarrer an, stehe die Altenpflege doch in allen Bereichen auf dem Prüfstand. „So bedarf es immer wieder großer Anstrengungen, den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit eines Hauses und der sozialen Komponente zu bewerkstelligen. Dieses ist auch aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nicht immer einfach.”

Klaus Ehling warf in seiner Ansprache einen Blick zurück auf die Zeit, als er vor 20 Jahren erstmals eine Heimleitung übernahm. Damals habe er als eine der ersten Handlungen zwei übervolle Ordner in die Hände gedrückt bekommen, Ordner die die gesammelten Anfragen von Menschen enthielten, die für hilfsbedürftige Angehörige einen Platz suchten. Heute stünden die Altenheime im Wettbewerb.

„Vor 20 Jahren hatten wir regelmäßig Kontrollen und Begehungen durch die Heimaufsicht und das Gesundheitsamt”, so Ehling, „wir waren aufrichtig davon überzeugt, dass dies mehr als ausreichend sei. Nun haben wir inzwischen eine Pflegeversicherung, eine Personalmindestverordnung, ein Medizinproduktegesetz, Qualitätssicherung, unangemeldete Überprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Pflegekassen und Notengebung.”

Der Wunsch sei legitim und auch verständlich, durch Kontrollen eine Gewähr zu bieten für die pflegebedürftigen Menschen, dass sie gut in unserer Gesellschaft versorgt werden. Aber man müsse auch wissen: „Nicht alles ist dokumentierbar und kontrollierbar.”

Die Zuwendung zu den Menschen, die Freundlichkeit ihnen gegenüber und die innere Einstellung der Mitarbeiter lasse sich nicht durch noch so ausgeklügelte Dokumentationssysteme wirklich erfassen. Ehling gab ein Beispiel: „Ich las einmal in einem Heim eine Pflegeplanung, in der stand, dass man mit der Bewohnerin fünfmal morgens Blickkontakt während der Pflege halten sollte.

Jeden Tag hat das Pflegepersonal diesen Blickkontakt durch Namenszeichen auch brav dokumentiert. Denken sie selber darüber nach, ob eine solche Dokumentation wirklich dazu dienlich ist, die Lebensqualität der alten Menschen zu verbessern.” Wichtig im Umgang mit den Bewohnern des Altenheims müsse sein, „das wir die Würde des Menschen bewahren, auch die Würde desjenigen, den wir nicht über unsere Vernunft oder die gewöhnliche Kommunikation mehr erreichen.”

Bevor es zum geselligen Teil des Umtrunks überging, spielte die Schülerin Lea Botterweck für die Gäste Melodien aus den Musicals „Pocahontas” und „König der Löwen”.
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