Freude über das Plus an Krediten und Einlagen

Von: disch
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Flaggen der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Wind: Die Genossenschaftsinstitute im Kreis Heinsberg freuen sich über steigenden Zuspruch. Foto: Stock / Weisflog

Kreis Heinsberg. „Was uns freut, ist unser Erfolg bei der Umsetzung unserer genossenschaftlichen Idee!“ Dies sagte Dr. Veit Luxem am Donnerstag als Sprecher der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg beim Blick auf die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2014.

„Vor allem begeistert meine Vorstandskollegen und mich, dass unsere 629 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag diese Idee wirklich leben“, merkte er lobend an. Mit dem Plus an Krediten und Einlagen im vergangenen Jahr zeigte sich der Bankensprecher zufrieden: „Wir freuen uns natürlich über den steigenden Zuspruch. Und zwar sehr“, sagte er bei dem Presse­gespräch im Haus der Volksbank Erkelenz.

Die Zahlen weisen Wachstumsraten zwischen zwei und vier Prozent aus: So stieg das addierte Gesamtkundenvolumen der sechs Institute um 151 Millionen auf 4,81 Milliarden Euro an, die Bilanzsumme kletterte um 50 Millionen auf 2,25 Milliarden Euro. Sowohl bei den Ausleihungen (plus 40 Millionen auf 1,84 Milliarden Euro) als auch bei den Einlagen (plus 111 Millionen auf 2,96 Milliarden Euro) legten die Genossenschaften zu. In diesen Zahlen enthalten sind einerseits sowohl bilanzwirksame Kredite (1,46 Milliarden Euro) als auch betreute Ausleihungen wie vermittelte Hypothekendarlehen oder Bauspardarlehen sowie andererseits sowohl bilanzwirksame Spar-, Sicht- und Termineinlagen (1,66 Milliarden Euro) als auch betreutes Vermögen zum Beispiel in Form von Depots oder Bausparguthaben.

Die politisch gewollten niedrigen Zinsen würden auch den Finanzmarkt im Kreis Heinsberg bestimmen, sagte Luxem. Firmen- wie Privatkunden hätten dadurch Vorteile (als Kreditnehmer) wie Nachteile (als Sparer). Vor allem mit Blick darauf, dass persönliche Vorsorge für das Alter zu treffen sei, zeige sich die Schattenseite der Niedrigzinspolitik mit ihrer ganzen Wucht. „Strafzinsen“, sprich Negativzinsen sollen – zumindest in diesem Jahr – kein Thema bei den Genossenschaftsbanken sein.

Zugelegt habe erneut das Interesse der Sparer an kurzfristigen, sehr sicheren Anlageformen, berichtete Luxem, der aber auch einen Zuwachs von 5,5 Prozent bei Kapitalanlagen in Wertpapieren, Bausparverträgen und Lebens­versicherungen meldete. Seine Empfehlung fürs Sparen lautete, nicht alles auf ein Pferd setzen, nicht alle Eier in einen Korb zu legen. „Je größer das Geldvermögen ist, desto breiter sollte es gestreut sein.“ Dann würden Chancen und Sicherheit Hand in Hand gehen.

33.232 Mitglieder zählten die Kreditgenossenschaften zur Jahreswende; rund 1000 mehr als vor einem Jahr. Sie sollen aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 6,5 Millinen Euro, der auch zur Eigenkapital-Stärkung genutzt wird, eine Dividende von rund fünf Prozent erhalten.

Luxem betonte, kein EU- oder gar Euro-Gegner zu sein. Im Gegenteil: „Europa und Euro sind für uns im Kreis Heinsberg ein echter Gewinn.“ Aber: Die europäische Schuldenkrise habe erhebliche Mängel der institutionellen Euro-Architektur offenbart. Heftige Kritik übte er am europäischen Abwicklungsfonds, in den die Banken binnen acht Jahren etwa 55 Milliarden Euro einzahlen müssen. Auch die genossenschaftlichen Institute im Kreis Heinsberg würden da mit 75.000 bis 100.000 Euro pro Jahr belastet. Aber profitieren würden davon nur Großbanken. Denn allein deren Abwicklung solle auf diesem Weg finanziell abgesichert werden. Volksbanken und Raiffeisenbanken würden diesen Schutz nicht bekommen. „Das ist ungefähr so, als müsste der Tante-Emma-Laden um die Ecke die Haftpflichtversicherung für Aldi oder Lidl auf der grünen Wiese zahlen. Ein Unding in meinen ­Augen“, so Luxem. (disch) Wirtschaft

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