Kreis Heinsberg - Frauenzentrum mischt sich ein: Diskussion mit Direktkandidaten

Frauenzentrum mischt sich ein: Diskussion mit Direktkandidaten

Von: mb
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Diskussion beim Frauenzentrum: Kandidaten zur Bundestagswahl konnte Vereinsvorsitzende Rita Zurmahr-Tabellion im Hückelhovenr Hotel am Park begrüßen. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Mischen sie sich ein!“ ermunterte das Plakat, mit dem der Verein Frauenzentrum zu einer Diskussionsveranstaltung mit Bundestagskandidaten in das Hückel­hovener Hotel am Park eingeladen hatte. Rita Zurmahr-Tabellion, die Vorsitzende des Vereins, freute sich über rund 40 Besucher, denn „immerhin haben im Wahlkampf schon etliche Podiumsdiskussionen stattgefunden“.

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gerechtigkeit zwischen Generationen, Arbeitsplätze und Alterssicherung sind Themen, die nicht nur Frauen angehen, sondern gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Wie schön, dass auch etliche Männer da sind“, begrüßte die souveräne Moderatorin Rita Zurmahr-Tabellion die Gäste. Einig waren sich alle Kandidaten, dass es gerade im Kreis Heinsberg viel zu tun gebe, immerhin hat er die niedrigste Frauenbeschäftigungsquote in Nordrhein-Westfalen.

Linus Stieldorf (FDP) sieht im Ausbau der Betreuungsplätze den richtigen Weg, um Frauen Berufstätigkeit zu ermöglichen. „Wir wollen kein klassisches Rollenbild“, kritisierte er das Betreuungsgeld als „Notlösung für fehlende Kita-Plätze.“

Wilfried Oellers (CDU) machte dagegen im Betreuungsgeld eine „Wahlmöglichkeit der Eltern“ aus. „Wir werden die Einrichtung von Betriebskindergärten unterstützen“, außerdem seien Kindergeld, Elterngeld, Elternzeit und Großelternzeit ein Weg in die richtige Richtung.

Katharina Lenzen von der ­Piratenpartei forderte mehr Weiterbildungsmaßnahmen gerade für die Frauen, die wieder in den Beruf einsteigen wollten. „Die Piraten stehen für Bildung und Gerechtigkeit“.

Auch Hans Josef Dederichs (Grüne) verlangte mehr Chancengleichheit für Frauen am Arbeitsmarkt. „Wir sind vehementer Verfechter der Frauenquote“, verwies er auf die Vorbildfunktion seiner Partei. „Bei uns ist jedes zweite Mandat von Frauen besetzt.“

Norbert Spinrath (SPD) erkannte eine Lösung darin, „dass Familien andere Arbeitszeiten bekommen“. Öffentliche Arbeitgeber würden Reduzierung der Wochenarbeitszeit und zeitlich begrenzten Rückzug aus dem Arbeitsleben anbieten. „Dieses öffentliche Modell kann man auch auf die Wirtschaft übertragen.“

Sehr konkret wurde es in der Diskussionsrunde. Die Schwierigkeiten im ländlichen Raum, mit dem Öffentlichen Personennahverkehr zur Arbeit zu kommen, Anerkennung von Erziehungsleistungen von Müttern vor 1992, die Nöte der pflegenden Angehörigen, die schlechte Bezahlung von Erziehungs- und Pflegepersonal sowie Minijobs als Einstieg in die Altersarmut – aus dem interessierten Publikum wurden viele unbequeme Fragen aufgeworfen.

Keine Patentrezepte

Auf Patentrezepte warteten die Zuhörer vergeblich. Aber alle Kandidaten versprachen, die Entwicklung des Kreises Heinsberg tatkräftig zu begleiten, unabhängig von ihrem Einzug in den Bundestag. Rita Zurmahr-Tabellion kam das Schlusswort zu: „Gehen sie zur Wahl! Jeder muss seinen Beitrag leisten.“

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