Frauenzentrum leistet Beitrag zur Demokratie

Von: pia
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Kreis Heinsberg. „Das Frauenzentrum will einen Beitrag zur Demokratie und zur politischen Meinungs- und Willensbildung leisten”, sagte die Vorsitzende, Rita Zurmahr-Tabellion, bei der Begrüßung zur Podiumsdiskussion am Donnerstagabend in der Burg Hückelhoven. Unter dem Motto „Wohin im Kreis Heinsberg?” waren die Landratskandidaten eingeladen worden.

Mit von der Partie waren Maria Meurer (Grüne) und Michael Stock (SPD). Den Platz von Landrat Stephan Pusch nahm der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Norbert Reyans, ein. Dirk Aldenhoff wurde vertreten vom Bundestagskandidaten der FDP, Andreas Rademachers.

Thematische Schwerpunkte des Abends waren die Folgen des Demographischen Wandels, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Konsequenzen der Wirtschaftskrise. Dabei stand vor allem die Rolle der Familie und der Frau im Mittelpunkt.

„Zwischen dem 25. und 35.Lebensjahr nehmen sich viele Frauen eine Auszeit vom Beruf, um sich der Kinderbetreuung zu widmen. Es ist wichtig, diesen Knick im Lebenslauf einer Frau ausgleichbar zu machen, damit sie später eine angemessene Rente bekommt und Selbstversorgung im Alter möglich ist”, so ein Statement von Maria Meurer. Mehr Kindertagesstätten und Betreuungsmöglichkeiten für unter Dreijährige sollten Frauen dabei unterstützen. Andreas Rademachers ergänzte diese Beispiele durch Ganztagsbetreuung an Schulen.

„Oft besteht doch überhaupt kein Bedarf dazu! Viele Mütter möchten die ersten Lebensjahre ihres Kindes begleiten. Es sollte doch viel eher eine Förderung für solche Frauen geben”, so die Forderung einer Anwesenden. Auch Norbert Reyans betonte, dass solche Betreuungsangebote nur nach Bedarf einzurichten seien. „Man kann das Geld nicht einfach für Projekte ausgeben, bei denen zu wenig Nachfrage besteht.” Immerhin gebe es bei Kindergartenplätzen bereits eine hohe Deckung.

Auch zum Thema Wirtschaftskrise gab es kritische Nachfragen: „Herr Reyans, Ihre Töchter mögen vielleicht taff genug sein, um in diesen Zeiten einen Job zu bekommen, aber es ist erwiesen, dass Unternehmer bei der Einstellung von Frauen vorsichtig sind”, so der Einwand einer Mutter. Rita Zurmahr-Tabellion erklärte, dass familieninterne Diskussionen um fehlende Ausbildungsstellen oft an der Politik vorbeigingen, diese Probleme aber eine so große Rolle spielen würden, dass sich die junge Generation oft gegen Kinder entscheide. „Das ist aber nicht krisenabhängig. Schon zu meiner Schulzeit vor 15 Jahren war das Problem bekannt. Da hätte was unternommen werden müssen”, fand Michael Stock.

Andreas Rademachers sprach sich für eine Vernetzung von Wirtschaft und Schulen aus. „So kann auf die Berufswelt vorbereitet werden.” Mit der Aussage, er habe das Gefühl, dass die Wirtschaftskrise noch nicht den „kleinen Mann” treffe, stieß Stock auf Gegenstimmen: „Natürlich ist die Krise schon in Hückelhoven angelangt. Die Hertie-Schließung beweist das. Auch auf der Parkhofstraße machen viele Geschäfte dicht. Und ich kenne genug Leute, die in die Kurzarbeit gehen mussten.”

Stock sagte, dass die Kurzarbeit ermögliche, nicht sofort in die Arbeitslosigkeit zu gehen. Und es werde versucht, die Läden in der Parkhofstraße durch eine bessere Anbindung an das Hückelhoven Center attraktiver zu machen. Da die Menschen solche Zentren erreichen sollen, hielten alle Politiker die Mobilität der Bevölkerung durch den Öffentlichen Personennahverkehr für notwendig. Rademachers sieht allerdings den Multibus nicht als „Modell der Zukunft.” Er musste sich deshalb heftiger Kritik stellen. Seine Alternative: kleine Busse für regelmäßigen Linienverkehr. „Die Vermarktung des Multibusses stimmt einfach noch nicht”, kam Maria Meurer zu Hilfe. Sie will den Nahverkehr vor allem für ältere Menschen benutzerfreundlicher gestalten.
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