Frauenwallfahrt: „Ungeheuerlich, mutig, stark und emanzipiert“

Von: anna
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Ein Termin mit großer Tradition: Hunderte Frauen, aber auch einige Männer waren am Mittwochnachmittag zur 66. Frauenwallfahrt ans Birgelener Pützchen gekommen. Foto: Anna Petra Thomas
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„Maria – Tochter Gottes“: So waren die Frauenwallfahrt am Pützchen und die Predigt von Schwester Jordana Schmidt überschrieben. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Erwartet hatten sie eine Predigerin im Ornat, die vielen Hundert Frauen und auch einige Männer, die am Mittwochnachmittag zur 66. Frauenwallfahrt ans Birgelener Pützchen gepilgert waren. „Als Mutter von fünf Kindern hab ich das heute nicht geschafft“, gestand ihnen jedoch Schwester Jordana Schmidt, Dominikanerin von Bethanien, die als Kinderdorf-Mutter in Waldniel lebt.

So stand sie da in blauer Jeans, schwarzem Shirt und organisierte für die Zeit ihrer Predigt noch schnell eine Ersatzoma, da sie das jüngste Mitglied ihrer Kinderdorf-Familie, gerade mal acht Monate alt, sogar im Kinderwagen dabei hatte.

„Es ist wunderschön zu sehen, wie viele sich auf den Weg gemacht haben“, sagte Sabine Mevissen als regionale Frauenseelsorgerin zur Begrüßung.

Nach der Lesung aus dem Lukasevangelium, in der ein Engel Maria die Geburt Jesu ankündigt (Lukas 1, 26-38), griff Schwester Jordana in ihrer Predigt das Thema der diesjährigen Wallfahrt auf: „Maria – Tochter Gottes“.

Sie selbst habe es nicht leicht mit den Verehrungsformen und Marienbildern der Mutter Jesu, wie sie an vielen Orten praktiziert und vermittelt würden, gestand sie vorab.

Ganz andere Bilder habe sie sich angeeignet, von einer Frau, „die ungeheuerlich, mutig, stark und emanzipiert ist“. Denn Maria sei sich ihrer Beziehung zu Gott sicher gewesen.

„Eine Sicherheit, die nur aus dem Wissen darum erwachsen kann, dass Gott der Vater ist und sie die Tochter“, so die Schwester. „Sich dessen sicher zu sein, dass Gott in dieser Beziehung zu mir steht, ist das größte Geschenk, das er uns machen konnte.“

Tochter zu sein, bedeute dann auch, Erbin zu sein. So sei Maria in den Himmel aufgefahren. Und weil man ihr den Einfluss auf Gott zutraue, werde sie in der Kirche auch so hoch verehrt. Schwester Jordana berichtete, dass sie selbst schon als Kind gewusst habe, dass Gott ihr nicht richtig böse sein könne.

Genau diese kindliche Haltung sei es, die eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott ausmache. „Und die wir auch als Erwachsene noch dringend benötigen.“ Sich selbst wichtig zu nehmen, gab die Schwester den Anwesenden schließlich mit auf den Weg. „Du bist ein Kind Gottes. Wenn du dich klein machst, dient das der Welt nicht“, sagte sie.

Mevissen griff diesen Satz auf, nachdem sie jeder Pilgerin einen kleinen Taschenspiegel geschenkt hatte. „Gott sieht mich darin als seine geliebte Tochter“, erklärte sie.

Die Kollekte der Wallfahrt soll Kindern in Brasilien zukommen, Frauen in Not aus der Region, dem Kinderheim, in dem Schwester Jordana tätig ist, und dem Projekt Nepomuk für Kinder und Jugendliche mit psychisch erkrankten Eltern, wie Katja Wegener vom Organisationsteam erklärte.

Bei diesem bedankte sich die Frauenseelsorgerin am Ende ebenso wie bei Regionalkantor Winfried Kleinen und Gesangssolistin Monika Schumacher, die den Wortgottesdienst musikalisch gestalteten.

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