Frauentag: GEW meldet sich zu Wort

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Kreis Heinsberg. „Kleine Kinder – kleines Geld, große Kinder – großes Geld: Nach diesem ungeschriebenen Gesetz werden Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland bezahlt.“ Dies behauptet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Gestützt auf mehrere Rechtsgutachten sieht die GEW für diese diskriminierende Praxis aber keine Rechtfertigung mehr. „Mit dieser Diskriminierung, die insbesondere Frauen trifft, muss endlich Schluss gemacht werden“, erklärte der GEW-Kreisvorsitzende Klaus D. Lange anlässlich des Internationalen Frauentages. In einem Gutachten für den GEW-Hauptvorstand hätten Juristinnen eine verfassungs- und europarechtswidrige mittelbare Diskriminierung bei der Bezahlung von Lehrkräften aufgrund des Geschlechts festgestellt.

Die Bildungsgewerkschaft fordert deshalb laut Lange eine Aufstockung der Besoldung der Grundschullehrkräfte in die Besoldungsgruppe A13. Zurzeit werde an den Grundschulen in Nordrhein-Westfalen, wo zu 91,2 Prozent Frauen unterrichten würden, nach A12 bezahlt. „Grundschullehrerinnen haben Monat für Monat mehrere Hundert Euro weniger im Geldbeutel“, so Lange. So verdiene eine Grundschullehrkraft in der Besoldungsgruppe A12 in der Erfahrungsstufe 7 zurzeit brutto 3690,53 Euro, eine Lehrkraft in der Besoldungsgruppe A13 in derselben Stufe 4111,83 Euro, eine Differenz von gut 420 Euro.

Sekundarstufe I

Auch die Eingangsbesoldung der Lehrerinnen und Lehrer an den Schulformen der Sekundarstufe I müsse entsprechend angehoben werden, da es für eine schulformabhängige Bezahlung der Lehrerinnen und Lehrer keine sachlichen Gründe mehr gebe, so die GEW, die sich auf ein Gutachten des Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Ralf Brinktrine von der Universität Würzburg beruft, demzufolge die schulformabhängige Besoldungseinstufung von Lehrkräften als verfassungswidrig zu werten sei.

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