Frauen wollen gut sein, aber keine Karriere

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Heinsbergs Gleichstellungsbeauftragte Marika Schroeder hofft darauf, dass Frauen bald auch mit einer Dreiviertel-Stelle Führungsaufgaben ermöglicht werden. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Sie sind klug und wissbegierig; wenn es um die Teilnahme an Seminaren oder Fortbildungsveranstaltungen geht, stellten die Frauen der Heinsberger Stadtverwaltung mit insgesamt 68,55 Prozent der Teilnehmer im letzten Jahr gegenüber ihren männlichen Kollegen eindeutig den Löwenanteil.

Und das, obwohl nur 16 der 61 Beamten Frauen sind. Doch wirklich zu bringen scheint es ihnen im Hinblick auf eine Beförderung beinahe nichts. Zumindest ließe dies der Stellenplan vom Juni 2009 als Schluss zu.

Im höheren Dienst suchte man Frauen komplett vergeblich, ein Umstand, der sich mittlerweile durch die neue Leiterin des Rechtsamtes geringfügig verändert hat. Doch auch im gehobenen Dienst sind die Frauen vorwiegend in den unteren Entgeltklassen zu finden. Im Angestelltenbereich liegt die Sache ähnlich. Da drängt sich die Frage nach den Ursachen geradezu auf.

Der Grund hierfür liege in den „gewachsenen Strukturen”, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Marika Schroeder. „Als ich im Jahr 1989 die Beamtenlaufbahn bei der Stadt begann, war ich die vierte Frau im Hause, die überhaupt eine Ausbildung für den gehobenen Dienst machen konnte.”

Folglich seien heute, abgesehen von besagter Leiterin des Rechtsamtes, einer Neueinstellung mit juristischen Staatsexamen und Doktortitel, auch nur Männer in den herausragenden Positionen. „Die Ausbildung zum gehobenen Dienst ist recht kostspielig. Und früher war es ja häufig so, dass Frauen, wenn sich Kinder einstellten, über Jahre ausfielen.”

Obwohl das Familienbild sich insgesamt gewandelt habe, herrsche auf dem Land immer noch ein sehr traditionelles Familienbild vor, mit dem viele Frauen glücklich seien. „Die meisten Frauen bewerten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf höher als berufliche Aufstiegschancen”, ist die 41-Jährige sicher.

„In der Lebensphase, in der sie Kinder bekommen, ist es ihnen wichtig, selbst die Erziehung übernehmen zu können. Die meisten nehmen drei Jahre Elternzeit und kommen danach auf Teilzeitbasis zurück, zum größten Teil bis die Kinder 18 sind.” Währenddessen sei die Übernahme von Leitungspositionen schlicht nicht möglich. Der Anteil der Frauen, die in Führungspositionen strebten, sei gering, sagt die Gleichstellungsbeauftragte.
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