Kreis Heinsberg - Frauen-Union zu Gast in der Justizvollzugsanstalt

Frauen-Union zu Gast in der Justizvollzugsanstalt

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Die Frauen-Union Gangelt - Selfkant - Waldfeucht war zu Gast in der Justizvollzugsanstalt Heinsberg: Vorsitzende Dagmar Ohlenforst (l.) und Schriftführerin Heike Dahlmanns überreichten ein Paket mit Gesellschaftsspielen an den stellvertretenden Anstaltsleiter Willi Kroh, der sich für das Geschenk herzlich bedankte.

Kreis Heinsberg. Wie in den vergangenen Jahren besuchten auch in diesem Jahr Vertreterinnen der Frauen-Union Gangelt - Selfkant - Waldfeucht die Justizvollzugsanstalt Heinsberg, um den inhaftierten Jugendlichen ein Paket mit Gesellschaftsspielen zukommen zu lassen, die der stellvertretende Anstaltsleiter Willi Kroh erfreut entgegennahm.

Bei dieser Gelegenheit informierten sich Vorsitzende Dagmar Ohlenforst sowie Schriftführerin Heike Dahlmanns über den Baufortschritt beim Erweiterungsbau der JVA.

Willi Kroh zeigte den Damen, wo - neben den zusätzlichen 329 Haftplätzen - der neue Sportplatz, die Sporthallen, der Fitnessraum sowie Grünanlagen und kleinere Spielfelder geplant sind. Auch neue Ausbildungsangebote - zum Beispiel in den Bereichen Bau, Gartenbau und Handwerk - werden nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus auf einer Fläche von zirka 7000 Quadratmetern für die Gefangenen zur Verfügung stehen. Nach der Haft werden die jugendlichen Straftäter, wenn sie ihre Ausbildung beendet haben, vom Kolping-Bildungswerk in Arbeit vermittelt.

Eine Frage, die häufig im Zusammenhang mit der Verbüßung von Haftstrafen auftaucht und die auch das besondere Interesse der CDU-Frauen fand, ist der Konsum von Drogen im Justizvollzug. Zu diesem Thema erklärte Kroh, dass stichprobenartig Drogentests durchgeführt würden; pro Jahr ungefähr 1000. Sollte ein Gefangener positiv getestet werden, erwarteten ihn verschiedene Strafen. So würden bereits genehmigte Lockerungen im Vollzug sowie Vergünstigungen wie Urlaub oder Freigang gestrichen. Besonders hart treffe es die Inhaftierten, wenn sie keine Privatkleidung mehr tragen dürften, sondern wieder Anstaltskleidung tragen müssten. Sie würden auch vorerst nicht in ein Therapieprogramm aufgenommen.

Ansonsten könnten drogenabhängige jugendliche Straftäter, nachdem sie zwei Drittel ihrer Strafe verbüßt haben, eine Drogentherapie von neun bis zwölf Monaten Dauer machen.

Angesichts der hohen Preise für illegal gehandelte Drogen im Gefängnis - der Preis soll etwa vier- bis fünfmal so hoch wie außerhalb der Gefängnismauern sein - könnten die Straftäter bei einem Verdienst von rund 140 Euro im Monat nicht sehr viel Stoff kaufen, so dass dem Konsum auch da entsprechende Grenzen gesetzt seien, hieß es. Leider, so Kroh, liege die Rückfallquote nach einer Therapie trotz Suchtberatung bei etwa 45Prozent.

Am Ende des einstündigen Gesprächs bedankte sich Kroh nochmals herzlich bei den CDU-Frauen und versicherte, dass die Spiele beim Einsatz der Sozialpädagogen sinnvolle Verwendung innerhalb des Gefängnisalltags finden würden. Dagmar Ohlenforst und Heike Dahlmanns versprachen, auch im nächsten Jahr die JVA Heinsberg zu besuchen und nicht mit leeren Händen zu kommen.
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