„Fragmentary Views”: Ausstellung mit fotografischen Arbeiten

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Beim Kunstverein Region Heinsberg: Die Künstlerin Yun Lee präsentiert ein Werk aus der ganz neuen Reihe „Irezumi”, das dem Betrachter mittels fotografischen Uberlagerungen das Porträt eines tätowierten Frauengesichts suggeriert. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. „Fragmentary Views” lautet der Titel einer Ausstellung mit fotografischen Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Yun Lee, die jetzt beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch eröffnet wurde.

Insgesamt 14 Objekte aus vier verschiedenen Schaffensreihen seit 2004 umfasst die Schau. In der Werkgruppe „Private World” hat die Koreanerin Porträts von Frauen mit ebenfalls fotografierten, fragmentarischen Beobachtungen aus deren Lebensumfeld nebeneinander gestellt.

„Ihr ausgebildeter Blick und ihr intuitives Gespür für malerische Lichtverhältnisse und Farb- und Formenanalogien lassen sie stimmungsvolle Augenblicke von stiller Konzentration einfangen”, würdigte Anke Volkmer von der Julia-Stoschek-Collection in Düsseldorf diese fünf ausgestellten Arbeiten. Yun Lee, die an der Kunstakademie bei Jannis Kounellis und Thomas Ruff studiert hat, schaffe damit eine zeitlose Vergegenwärtigung des Menschen in harmonischer Komposition und kleinformatiger Intimität.

Für eine zweite Serie, die beim Kunstverein mit vier Werken unter dem Titel „Private Public” zu sehen ist, ließ sich die Künstlerin von historischen Motiven inspirieren. „Berühmte Frauenbildnisse der Renaissance-Malerei erscheinen merkwürdig auf den Kopf gestellt”, so Volkmer.

Erst beim zweiten Blick werde dem Betrachter bewusst, dass die Künstlerin ihren Kamerablick auf einen aufgeschlagenen Kunstband richte. Von dem ihr gegenübersitzenden Menschen, der das Buch betrachte, sei nur eine Hand bruchstückhaft angedeutet. „Metaphorisch visualisiert der unmittelbare haptische Moment der Berührung die Paarung der Medien Fotografie und Malerei.”

In den Bildern „Sleeping Woman” führe Yun Lee ihren Weg der bildnerischen Assimilation konsequent fort, so Volkmer. Bilder von Landschaften habe sie dabei mit Darstellungen von schlafenden Frauen überlagert und zu „traumartigen Chimären” verschmolzen. Mit diesen Arbeiten habe sie versucht, dem Menschen noch näherzukommen, seiner Traumwelt, seinem Unterbewusstsein, so Yun Lee selbst zu diesen Werken.

Schließlich stellt die Künstlerin in Unterbruch auch zwei ganz neue Werke aus, die sie „Irezumi” nennt, was der japanische Begriff für Tätowierung ist. Fotografien asiatischen Porzellans habe sie dabei mit Frauenporträts zu hybriden Wesen amalgamiert, beschrieb Volkmer diese Bilder. Auch da hat Yun Lee die Technik der Überlagerung von Fotografien angewendet, die dem Betrachter auf den ersten Blick die Sicht auf ein tätowiertes Gesicht suggerieren.

Die Ausstellung „Fragmentary Views” ist beim Kunstverein in Unterbruch (Horster Hof) noch bis zum 26. Juni zu sehen, jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr.
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