Flüsterasphalt soll für Ruhe sorgen: Anwohner bleiben skeptisch

Von: Rainer Herwartz
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Zufrieden sind die meisten Anwohner der Karl-Arnold -Straße mit dem jetzt beginnenden Um- und Ausbau nicht. Viele wünschen sich, dass zwischen dem Sternenhaus und der Ulmenstraße eine immer währende Tempo-30-Zone eingerichtet wird. Foto: Kreis Heinsberg/Grafik: Horst Thomas Foto: Kreis Heinsberg/Grafik: Horst Thomas

Heinsberg. An der Karl-Arnold-Straße in Heinsberg starten am 8. August die Arbeiten. Damit es für die Anwohner nicht allzu laut wird, soll Flüsterasphalt den Lärm eindämmen.

„Die Beeinträchtigung der Lebensqualität und damit der Gesundheit hat durch den stetig gestiegenen Verkehrslärm auf der Karl-Arnold-Straße inzwischen unerträgliche Ausmaße erreicht.“ In diesem Satz beklagte Heidrun Kricke als Sprecherin vieler Anwohner im November 2012 gegenüber unserer Zeitung einen Zustand, der sich nach ihrer Ansicht bis heute nicht gebessert hat.

„Der Schwerlastverkehr donnert nach wie vor durch die Straße.“ Mittlerweile, so schätzt Heidrun Kricke, noch mehr als vor rund vier Jahren. Doch vielleicht wird sich die Lage für die Anwohner bald verbessern. Nach umfangreichen Planungsarbeiten ist es soweit: die Karl-Arnold-Straße (K 5), die durch die Ortslagen Oberbruch und Grebben verläuft, wird nun in einer gemeinsamen Baumaßnahme um- und ausgebaut.

Dadurch soll erreicht werden, die Belastungen der Anwohner durch den Straßenverkehr insbesondere aufgrund der sanierungsbedürftigen Straßenoberfläche zu verringern. Am Montag, 8. August, geht‘s los. Doch Heidrun Kricke bleibt skeptisch.

Beteiligt sind an den Baumaßnahmen neben Kreis und Stadt Heinsberg auch die Stadtwerke Heinsberg, und zuständig für die Installation einer neuer Beleuchtungseinrichtung und Stromversorgung ist die Alliander GmbH. Die Gesamtbaumaßnahme beginnt an der Ferdinand-Porsche-Straße und endet am Kreuzungsbereich Karl-Arnold-Straße/Grebbener Straße („Sternhaus“).

Es wird mit einer Gesamtbauzeit von eineinhalb Jahren gerechnet. Die Bauarbeiten werden in zeitlicher Abfolge in drei Bauabschnitten durchgeführt. Abschnitt 1: vom Kreuzungsbereich Karl-Arnold-Straße/Ferdinand-Porsche-Straße bis zur Kampstraße; Abschnitt 2: von der Kampstraße bis zur Ulmenstraße; Abschnitt 3: von der Ulmenstraße bis zur Kreuzung Karl-Arnold-Straße/Grebbener Straße.

Laut Planung ist vorgesehen, die ersten beiden Abschnitte durch eine halbseitige Sperrung der Verkehrsflächen auszubauen. Der überregionale Straßenverkehr aus Heinsberg in Richtung Dremmen zur Autobahn A 46 wird über die B 221 zur Anschlussstelle „Janses Mattes“ geleitet. Der aus Dremmen kommende Straßenverkehr wird in einer Einbahnregelung durch die Baustelle geführt. Der Ausbau im dritten Abschnitt soll unter Vollsperrung erfolgen.

Der Straßenverkehr von und nach Dremmen wird ab dem Zeitpunkt der Vollsperrung über Grebbener Straße, Glanzstoffstraße und Ulmenstraße geführt. Der Kreis bittet in diesem Zusammenhang ortskundige Autofahrer, den Baustellenbereich möglichst zu umfahren. Dem Fernverkehr mit Fahrtziel Heinsberg oder Waldfeucht wird empfohlen, während der Bauzeit die Ausfahrt Oberbruch/Dremmen der Autobahn 46 zu meiden.

Der Anliegerverkehr werde während der Straßenbauarbeiten „nur im unbedingt erforderlichen Umfang eingeschränkt“, heißt es in einer Stellungnahme des Kreises. Abschnitte, in denen der Aufbruch der Oberfläche erfolge, würden auf eine Länge von 150 bis 250 Meter begrenzt.

Die Zufahrten zu den Grundstücken und Garagen, insbesondere zu den Geschäften und Gewerbebetrieben, sollen durch die beauftragten Bauunternehmen sichergestellt werden. Die Fußgänger sollen während der Bauarbeiten die Eingänge ihrer Wohnhäuser über kleine Fußgängerbehelfsbrücken und Zufahrten seien über Kfz-Behelfsbrücken zu erreichen. Zur Schaffung verkehrssicherer Fußgängerkorridore, beispielsweise an der Grundschule, werden Bauzaunelemente eingesetzt, zur ordnungsgemäßen Müllentsorgung Sammelstellen für Mülltonnen eingerichtet.

Sollte es trotz aller Planung in Einzelfällen dennoch hapern und zu Problemen kommen, werden die Betroffenen gebeten, diese mit der örtlichen Bauleitung zu besprechen. Zur Information über die Bauphase und Ansprechpartner erhalten die an der Karl-Arnold-Straße wohnenden Anlieger zudem eine umfassende Information als Hauspostsendung.

Eine entsprechende Information steht den Bürgern auch über die Internetseiten des Kreises Heinsberg www.kreis-heinsberg.de und der Stadt Heinsberg www.heinsberg.de zur Verfügung.

Bereits im Februar waren die Anwohner in einer Bürgerversammlung über die Planung in Kenntnis gesetzt worden. „Wir bemängeln nach wie vor, dass schon wenig später die Bäume gefällt wurden. Da sollte man sich durch die Verantwortlichen etwas einfallen lassen“, meint Heidrun Kricke. „Auch an den vorgesehenen Querungsstellen könnte eine Begründung stattfinden.“

Ob die baulichen Maßnahmen letztlich ihre Probleme lösen werden? Heidrun Kricke hegt Zweifel. „Es wird vielleicht durch den versprochenen Flüsterasphalt etwas ruhiger, aber das wird nicht lange anhalten. Ich halte für ganz wichtig, dass das Stück vom Sternhaus bis zur Ulmenstraße zur Tempo-30-Zone gemacht wird.“

Daran zu glauben, dass dies geschieht, gelingt ihr jedoch nicht so recht. Mit dem Hinweis auf die „verkehrstechnische Bedeutung“ der Karl-Arnold-Straße hatten die Verantwortlichen dies schon früher abgelehnt.

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