Flüchtlingsrat und Integrationszentrum im Dialog

Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Zu einer Besprechung trafen sich jetzt Vertreter des Flüchtlingsrates im Kreis Heinsberg und des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises. Ziel war, sich über den aktuellen Stand beider Seiten im Bereich der Integration der im Kreis lebenden geflüchteten Menschen auszutauschen, gemeinsame Positionen auszuloten sowie Ideen und Perspektiven zu erörtern.

Neben dem Dezernenten Franz-Josef Dahlmanns waren die stellvertretende Leiterin des Amtes für Bildung und Kultur, Magdalene Dorissen-Schröders, der Leiter des Kommunalen Integrationszentrums, Bernd Laprell, und drei weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an dem Gespräch beteiligt. Der Flüchtlingsrat wurde vertreten vom Vorsitzenden Hans Jürgen Knubben, der stellvertretenden Vorsitzenden Jutta Schwinkendorf und Geschäftsführer Achim Kück.

Im Kreisgebiet sind für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge die fünf Jugendämter zuständig. Ziel ist es, alle in Obhut genommenen jungen Menschen sofort durch Einrichtungen der Jugendhilfe ­betreuen zu lassen. Sollte dies ­vorübergehend nicht möglich sein, werden die jungen Menschen in Wegberg-Petersholz betreut und versorgt. Das Land Nordrhein-Westfalen hat den fünf Jugendämtern in der zentralen Unterbringungseinrichtung zwei Gebäude zur Verfügung gestellt. In der Besprechung herrschte Einigkeit in der Einschätzung, dass die Unterbringung dort für eine gelingende Integration nicht förderlich sei.

Ein besonderes Augenmerk richtete der Flüchtlingsrat auf die besonderen Schutzbedürfnisse von Frauen und Kindern in den Unterkünften der Kommunen. Wenn auch die Unterbringung selbst in die Zuständigkeit der einzelnen Kommunen fällt, hat sich das Kommunale Integrationszentrum bereit erklärt, den Vorschlag des Flüchtlingsrates aufzunehmen und das Thema bei den Integrationsbeauftragten der Kommunen anzusprechen, damit die Wohnverhältnisse gerade auch für Frauen und Kinder mit ihrem höheren Schutzbedürfnis angepasst werden.

Nach mehr als einem Jahr haben Flüchtlingsrat und viele Helfergruppen festgestellt, dass sich die Aufgaben verändern und der Anspruch an das Ehrenamt somit wächst. Ging es zu Beginn um Unterbringung und Versorgung, sind heute Behördengänge, Wohnungssuche und Unterstützung beim Anerkennungsverfahren vielerorts Thema. So stellt sich auch die Frage, welche Aufgaben Geflüchteten, insbesondere jungen Menschen, gegeben werden können, um die Wartezeiten auf Anerkennung und Sprachkurse sinnvoll zu nutzen und Langeweile sowie dem Gefühl von Nutzlosigkeit vorzubeugen. Das Integrationszentrum verwies auf verschiedene Projekte einzelner Vereine und Kulturträger, unter anderem auch auf die Auftaktveranstaltung des Kreissportbundes und die vierte Kreiskulturkonferenz.

Weiter hat das Integrationszentrum in diesem Jahr bereits Veranstaltungen zu diversen Themen aus den Bereichen „Frühe Bildung“ und „Interkulturelle Entwicklung im Elementarbereich“, „Schulische Bildung“, „Übergangsmanagement Schule/Beruf“ und „Integration als Querschnitt“ sowie „Flucht und Trauma“ für Lehrer und Lehrerinnen, Erzieher und Erzieherinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus den verschiedensten Institutionen und Behörden, Jugendliche sowie andere Interessierte angeboten.

Die Gesprächsrunde stellte sich auch die Frage: „Wie kann man geflüchtete Menschen in den Integrationsprozess einbinden?“ Zukünftig werde es immer wichtiger werden, diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, mitzureden, mitzuentscheiden und ihre Sichtweisen zu berücksichtigen. Wohlfahrtsverbände und Helfergruppen haben schon längst damit begonnen, das Potenzial der Neubürger zu nutzen, zum Beispiel bei Übersetzungen und beim Kulturaustausch. Das Kommunale Integrationszentrum hat sich auch da bereit erklärt, die Fragestellung der Einbindung von Flüchtlingen in die Integrationsarbeit mit den Netzwerkpartnern zu erörtern.

Durch die zum Oktober über das Landesprogramm „Komm-an-NRW“ neu geschaffenen Stellen im Kommunalen Integrationszentrum soll gemeinsam mit den Wohlfahrtverbänden und allen Interessierten die Unterstützung der ehrenamtlich tätigen Menschen verbessert werden. Das Integrationszentrum unterstützt den schon häufig geäußerten Wunsch nach einer Internetplattform, die der ­Informationsgewinnung und Vernetzung dienlich sein soll. Der Flüchtlingsrat hat bei der Umsetzung seine Hilfe angeboten.

Flüchtlingsrat und Kommunales Integrationszentrum wollen ihren Dialog in loser Folge weiterführen – ein Dialog, der als guter Schritt in Richtung gemeinsamer Verantwortung für das Thema Integration gewertet wurde.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert