Flora und Fauna danken mit Artenvielfalt

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Zehn Helfer sind eine optimal
Zehn Helfer sind eine optimale Zahl, um bei den Arbeitseinsätzen des Nabu im Rodebachtal effektiv arbeiten zu können. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Monsterweiden”, „Grünen Wände”, „alternierendes Schneiden” und die „oschmannsche Formel” stehen beim Nabu derzeit hoch im Kurs: Die Kopfweidenpflege steht wieder an, und vielen der 800 landschaftsprägenden Bäume entlang des Rodebaches von Niederbusch über Gangelt bis in den Selfkant hinein sollen in diesem Winter wieder gescheitelt werden.

Diese Arbeit macht der Nabu seit Jahren und sorgt mit dafür, dass das Rodebachtal in seinem charakteristischen Bild mit Kopfweiden-Alleen erhalten bleibt.

Für diese Alleen sah es einige Zeit nicht gut aus. Denn der ökologische Wert der Weiden direkt an den Fahrradautobahnen durch den Naturpark ist eher gering.

Die Zahl der freiwilligen Helfer für die acht bis zehn Einsätze pro Winter schwankte in der Vergangenheit. Immer wieder kam es vor, dass nicht alle Weiden, die „an der Reihe waren”, auch wirklich bearbeitet werden konnten. Wird eine Kopfweide nicht regelmäßig gescheitelt, bricht sie irgendwann auseinander - Beispiele gibt es im Rodebachtal einige.

Da lag es nahe, dass sich die Nabu-Leute den Plan zurecht gelegt hatten, sich künftig in erster Linie um die Bäume zu kümmern, die ihrem Auftrag, dem Natur- und Umweltschutz, am nächsten kommen. „Wenn die Zeit kommt, in der wir nicht mehr genügend Helfer haben, müssten wir uns dann eben auf ökologisch wertvollere Weidenreihen beschränken, die, weil sie älter sind, mehr Naturhöhlen aufweisen und ruhiger liegen”, sagt Franz Oschmann mit Blick auf die Bedürfnisse von Flora und Fauna.

Nach zu wenigen Helfern sieht es aber derzeit nicht aus: „Es ist fast unglaublich, wie viele Freiwillige sich zu den Terminen einfinden”, meint der Nabu-Vorsitzende. Dabei kommt dann eine Formel ins Spiel, die Oschmann für einen optimalen Arbeitseinsatz entwickelt hat. „Es hört sich seltsam an, aber zu viele Helfer gleichzeitig können wir gar nicht brauchen, weil sich dann einige auf den Füßen stehen.” Nach wenig komplizierten Rechenschritten kommt er auf die Zahl Zehn. Einer fährt den Schlepper, ein anderer steht im Korb. Das sind üblicherweise Hardy Tholen auf dem Traktor und Thomas Henkens im Korb, der mit seiner Kettensäge die Fassonschnitte der Weiden kreiert.

Mit dem Entasten, Zurechtschneiden von neuen Stecklingen und der Vorbereitung zum Häckseln sollten vier Leute betraut sein. Weitere vier ziehen die Äste auf die Wege und schichten sie. Jüngst schafften zwölf Helfer innerhalb von 42 Arbeitsstunden 35 Kopfweiden. „Alleine bei den vier bisherigen Einsätzen wurden 134 Arbeitsstunden geleistet.” Drei Einsätze gab es zur Biotoppflege in den Feuchtbiotopen am ehemaligen Bolzplatz. Oschmann und seine Mitstreiter machen sich aber auch Gedanken über die Zukunft. „Ideal fände ich es, eine Firma zu finden, die das Holz zum Beispiel für die Gewinnung von Pellets brauchen könnte”, sagt Oschmann. So könnte zumindest ein Teil der Arbeiten verteilt werden. Besonders gerne loswerden würde der Nabu die „Monsterweiden” im Selfkant. Dafür seien die handelsüblichen Motorsägen, die beim Nabu eingesetzt werden, einfach zu klein.

Dass die abgeschnittenen Äste als Weidenstecklinge sehr leicht wieder angepflanzt werden können, haben zahlreiche Projekte bewiesen. Jetzt hat die Firma Frauenrath um Stecklinge gebeten, um rund 250 laufende Meter steile Böschungen damit abzustützen. Die nächste Aktion steht Montag, 12. Dezember, an. Dann sollen ab der Brücke zur Dahlmühle am Teerweg abwärts die „grünen Wände” von Schleh- und Weißdorn unterbrochen, das heißt vereinzelt auf den Stock gesetzt werden. Auch das alternierend schneiden der Weiden dient der Auflockerung des Gesamtbildes, einige werden in einer Reihe geschnitten, dann bleibt wieder ein Baum unbearbeitet. Der Lohn der Naturfreunde ist zu sehen, wie erfreulich sich Tier- und Pflanzenwelt im Rodebachtal entwickeln. Neben dem seltenen Raubwürger sind jetzt auch der Raufußbussard und der Eisvogel wieder zu sehen. Zu den größeren Weidenbewohnern gehören die Steinkäuze. Mit ihren Blättern und Kätzchen locken die Weiden zudem viele Insekten an. Über 200 Arten fühlen sich im morschen Holz der Salweide wohl.

Weidenstecklinge werden gegen eine Spende gerne abgegeben. Info bei Franz Oschmann: Telefon 02454/1289.
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