Flözgasfeld Sophia: Kreis Heinsberg gegen Erlaubnis

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Die Bezirksregierung Arnsberg hatte einer Firma aus Gelsenkirchen vor wenigen Wochen die bergrechtliche Erlaubnis erteilt, das Flözgasfeld Sophia zu erkunden – als rechtliche Grundlage zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen. Diese Erlaubnis bedeute nicht, dass nun schon Probebohrungen oder das in Nordrhein-Westfalen ohnehin verbotene Fracking stattfinden dürften.

Das hatte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg erklärt. Das Unternehmen PVG GmbH – Resources Services & Management habe nun lediglich das Recht, Sucharbeiten zu beantragen.

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hatte die Erteilung der Aufsuchungserlaubnis und die Tatsache, dass der Kreis Heinsberg im Genehmigungsverfahren gehört worden war, zum Anlass für eine Anfrage genommen: Sie wollte wissen, welche Stellungnahme die Verwaltung zum PVG-Antrag abgegeben habe.

Landrat Stephan Pusch (CDU) erklärte dazu jetzt im Kreisausschuss, die Verwaltung habe sich in ihrer Stellungnahme vom 27. Oktober 2016 gegen die Erteilung der Erlaubnis ausgesprochen. „Das Vorhaben ist gefährdend für Mensch und Umwelt. Die natürlichen Gegebenheiten im Kreis Heinsberg, wie zum Beispiel die Lage in der Erdbebenzone 2 oder der geologische Aufbau des Untergrundes mit mächtigen Grundwasserleitern und diversen aktiven Störungszonen, sind für die notwendigen tiefen Bohrungen kritisch zu bewerten“, so Pusch.

Weiterhin seien durch die Unternehmungen zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen bei der dichten Besiedelung im Kreisgebiet sowie in den sich großräumig im Kreisgebiet erstreckenden Trinkwassereinzugsgebieten massive negative Einwirkungen zu befürchten. Durch den Bohrvorgang und den Einsatz von wassergefährdenden Spülzusätzen könnten die zur Trinkwasserförderung genutzten Grundwasserleiter verunreinigt werden. Durch den „Back Flow“ des Bohr­kleins an die Oberfläche könnten ebenfalls schädliche Substanzen in die oberen Trinkwasserhorizonte oder die Oberfläche gelangen und diese kontaminieren.

„Flächenverluste durch Förderbrunnennetze wären enorm und eventuelle notwendige Grundwasserabsenkungen könnten ähnliche Auswirkungen wie in der Braunkohleförderung einnehmen“, so der Landrat weiter.

Die Bezirksregierung Arnsberg habe im Rahmen des Verfahrens die Bedenken der Verwaltung gegeneinander und untereinander abgewogen und die Erlaubnis zur Aufsuchung erteilt, da es sich bisher noch nicht um konkret geplante Maßnahmen handele, welche in gesonderten Betriebsplanverfahren erneut zu beantragen seien, führte Pusch im Kreisausschuss aus.

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