„Fledermausfreundliches Haus“ erfreut den Nabu

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Freude herrschte jetzt in Wegberg, als im Rahmen der Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ das erste Haus im Kreis Heinsberg ausgezeichnet wurde. Foto: Nabu Heinsberg

Kreis Heinsberg. Im Rahmen einer vom NRW-Umweltministerium geförderten Nabu-Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ wurde jetzt in Wegberg das erste Haus im Kreis Heinsberg ausgezeichnet.

Der Kontakt bestand zum Nabu schon lange. Förster Martin Wingertszahn aus Wegberg und seine Familie wissen seit Jahren von ihrem Schatz unterm Dach: Gleich zwei Arten von Fledermäusen fühlen sich bei ihnen zu Hause und bekämpfen rein biologisch Mücken und andere Insekten, die den naturnah gelegenen Garten bevölkern. „Da zuckt man abends schon mal zusammen, wenn ein Tier im Tiefflug vorbeikommt“, so Doris Wingertszahn, wohl wissend um die Nützlichkeit und Unschädlichkeit der Tiere.

Die Wingertszahns mögen Fledermäuse aber nicht nur, sie haben im letzten Jahr auch die notwendigen Umbauten an ihrem Dach fledermausfreundlich gestaltet, gut beraten vom Nabu Heinsberg: unter Berücksichtigung des Wärmeschutzes einfach hier und da ein paar Spalten gelassen, durch die die Tiere einschlüpfen und unter den Dachziegeln Spalten im doppelten Mauerwerk aufsuchen können. So gut, dass die großen Breitflügelfledermäuse, die größte Fledermausart im Kreis Heinsberg, das Quartier sofort wieder angenommen haben.

Die kleinen Zwergfledermäuse waren gar nicht vom Umbau betroffen, wohnen sie doch in winzigen Mauerspalten, die sie über die Rolladenkästen erreichen können. Auch den großen Arten reichen daumendicke Spalten zu Einschlüpfen.

Auslöser für den schonenden Umbau war unter anderem Frieda, eine Breitflügelfledermaus, die als Waise an der Hauswand hing und von der Mutter nicht wieder angenommen wurde. Inzwischen lebt sie beim Nabu Heinsberg und kommt gerne als Fledermaus-­Botschafterin zu besorgten Hausbesitzern und Mietern. Das langjährige gute Zusammenleben der Familie Wingertszahn mit ihren Fledermäusen nahm der Nabu Heinsberg jetzt zum Anlass, sie als erstes Fledermausfreundliches Haus im Kreis auszuzeichnen.

Bei dieser ersten Auszeichnung soll es aber nicht bleiben. „Der Nabu Heinsberg hat sich vorgenommen, bis Ende 2016 mindestens 50 Häuser im Kreis Heinsberg auszuzeichnen“, wünschte sich Biologe Michael Straube, Kreisvorsitzender und Ansprechpartner für Fledermäuse beim Nabu Heinsberg. Schwer sollte das nach Einschätzung des Nabu nicht sein, leben doch sieben der 14 im Kreis nachgewiesenen Fledermausarten ausschließlich oder zeitweise an Gebäuden.

Die meisten von ihnen beziehen keine großen Dachstühle, sondern leben oft unerkannt in kleinen Spalten an den Fassaden und unter Flachdächern. Metallblenden, Holz- und Schieferverkleidungen oder sogar nicht genutzte Fensterläden bieten ihnen Schutz. Braune und Graue Langohren leben gerne in den Dächern von Kirchen und anderen großen Dachstühlen. Und in drei Dachstühlen und Scheunen im Kreis Heinsberg findet man die Quartiere der seltenen Wimper­fledermaus.

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