Fledermäuse schlafen im Winterquartier

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Kreis Heinsberg. Im Sommer fliegen sie abends und nachts an vielen Stellen, im Winter bleiben sie jedoch verborgen: Fledermäuse. Tatsächlich zieht es manche Fledermausarten (wie die Wasserfledermaus) in die Eifel, wo sie in Höhlen und Stollen den Winter „verschlafen“.

Da es für Fledermäuse im Winter nichts zu fressen gibt, legen sie sich wie andere Winterschläfer im Herbst eine dicke Speckschicht an, von der sie im Winter zehren. Damit sie dabei nicht erfrieren, suchen sie kühle, aber frostfreie Verstecke auf.

Mindestens sieben Fledermausarten überwintern auch im Kreis Heinsberg, manche ziehenden Arten wie die Rauhautfledermaus und der Große Abendsegler entfliehen der winterlichen Kälte im Nordosteuropas und überwintern auch im Kreis Heinsberg. Mangels Höhlen nutzen sie im Kreis Heinsberg dafür alte Keller und andere Gebäude, Bunker und die wenigen erhaltenen Stollen. Andere Arten verbringen auch den Winter in gut isolierten Baumhöhlen.

30 Große Abendsegler gefunden

An der Grenze zwischen den Kreisen Heinsberg und Viersen wurden laut Nabu jüngst in einem gefällten Baum rund 30 Große Abendsegler gefunden. Die herbeigerufenen Fledermausschützer vom Nabu Heinsberg hätten die Tiere bergen und in eine Fledermaus-Pflegestation in Viersen bringen können, wo sie aufgepäppelt und später freigelassen werden sollen.

Fledermäuse und ihre Quartiere sind ganzjährig geschützt, erklärte der Nabu. Gerade in Bäumen seien sie aber vor dem Fällen nur schwer zu erkennen. Der Nabu appellierte daher an Forstarbeiter und Selbstwerber, vor dem Fällen auf auffällige Öffnungen am Stamm zu achten und mögliche Quartierbäume zu verschonen.

Die Bäume müssen laut Nabu gar nicht uralt sein. Sommerquartiere seien bereits in nur 25 Zentimeter starken Birken gefunden worden, die jetzt mit den Abendseglern gefällte Eiche sei gerade mal 43 Zentimeter stark gewesen. Auch beim Abbruch oder Umbau von Gebäuden müsse auf Fledermäuse geachtet werden, so der Nabu. Gerade im Winterschlaf seien sie oft tief versteckt in Mauerspalten und ohne gründliche Suche nicht zu erkennen.

Kontaktaufnahme zum Nabu

Im Falle des Fundes von Tieren müssten die Arbeiten am Baum oder Gebäude daher sofort eingestellt werden und ein Fachkundiger hinzu gezogen werden, um die Tiere zu bergen und zu versorgen und weitere versteckte Tiere zu suchen. Im Kreis Heinsberg könnten sich die Finder an den Nabu wenden.

Diplom-Biologe Michael Straube erfasse bereits seit dem Jahr 1989 die Fledermäuse. Kontaktaufnahme ist möglich unter Telefon 02434/8094043 oder per E-Mail an straube@nabu-heinsberg.de.

Fledermausfreundliches Haus

Der Nabu wies außerdem darauf hin, dass die Aktion Fledermausfreundliches Haus des Nabu in diesem Jahr weiterlaufe. Hausbesitzer, die Fledermausquartiere am Gebäude schützen oder geeignete neue Quartiere schaffen wollten, könnten sich beim Nabu bewerben und eine Plakette für ihr Haus erhalten. Auch unabhängig von einer solchen Bewerbung stehe der Nabu Heinsberg für Fragen zum Fledermausschutz zur Verfügung.

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