Fledermäuse brauchen jetzt unbedingt Ruhe

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Eine erwachsene Zwergfledermau
Eine erwachsene Zwergfledermaus bei der Fütterung. Die „Babys” sind nach Angaben der Naturschützer nicht größer als Honigbienen. Foto: Michael Straube/Nabu Heinsberg

Kreis Heinsberg. Derzeit erhält der Naturschutzbund Nabu Heinsberg vermehrt Anrufe zu Fledermäusen, die an Häusern leben. Dazu erklärt Michael Straube vom Nabu: „In den letzten Wochen haben sich die Weibchen der Fledermäuse in ihren Sommerquartieren versammelt, wo jedes ein, bei manchen Arten zwei Junge zur Welt bringt und aufzieht.”

Diese Quartiere befinden sich bei der Zwergfledermaus, der mit Abstand häufigsten Art in Nordrhein-Westfalen, meist an Häusern. „Ihnen reichen kleine Spalten, durch die gerade einmal ein Finger passt, zum Einschlüpfen”, so Straube. Solche Spalten finden die Tiere an alten wie an neuen Häusern. Typische Verstecke sind Verkleidungen aus Holz oder Schieferplatten, Flachdächer mit umlaufender Metallkante, Dehnungsfugen und manchmal sogar Rolladenkästen. Wenige Arten leben dagegen im Kreis Heinsberg in großen Dachstühlen. Dazu gehören das Braune Langohr und die seltene Wimperfledermaus mit ihren Wochenstuben, den Gruppen der Weibchen mit ihren Jungen.

Zu Zeiten der Jungenaufzucht sind die Fledermäuse sehr empfindlich gegen Störungen und verlassen im Extremfall sogar ihre Jungen. Daher appellierte der Nabu an alle Quartierbesitzer und -kenner, die Tiere jetzt unbedingt in Ruhe zu lassen und Arbeiten an von Fledermäusen bewohnten Dächern und Verkleidungen bis mindestens Anfang August, besser noch Ende September zu verschieben. Dies sei auch im Interesse der Menschen, fresse jede Fledermaus doch Hunderte bis Tausende kleiner Insekten - und das in jeder Nacht .

Bald erste Flüge der Jungtiere

Ab Mitte Juni unternehmen die kleinen Flattermänner unter Anleitung ihrer Mütter die ersten Flüge. Dabei werden sicher wieder einige Jungtiere den Kontakt zur Mutter verlieren und sich in fremde Gärten und Häuser verirren. Aber auch jetzt werden schon Jungtiere gefunden, die neugierig wie kleine Kinder das sichere Quartier verlassen und abstürzen.

In solchen Fällen gilt es, die Fledermäuse vorsichtig mit Handschuhen oder einem Tuch in einen Karton zu setzen und abends auf einem Holzblock an die frische Luft zu stellen. Fliegt die Mutter vorbei, wird das Kleine sie rufen, und die Alte trägt es in ihr Heim zurück. Falls ein Quartier am Haus bekannt ist, kann man das Jungtier auch dorthin setzen; es wird hineinkriechen und dort weiter von seiner Mutter versorgt.

Die meisten im Kreis Heinsberg gefundenen Fledermäuse sind aber gar keine Babys mehr sondern Zwergfledermäuse, die auch ausgewachsen nur knapp daumengroß sind. Wie alle Fledermausarten sind sie gesetzlich streng geschützt. Fledermäuse dürfen nicht gefangen oder getötet werden und auch ihre Quartiere stehen unter Schutz. Das gilt auch im Winter, wenn die Tiere die Quartiere verlassen haben. Manchen Arten überwintern aber auch an und in Häusern.
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