Flammender Appell zur Bargeld-Rettung

Von: anna
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„Rettet unser Bargeld“ lautete das Thema von Prof. Dr. Max Otte (r.), der von Sparkassendirektor Thomas Pennartz (l.) in Erkelenz begrüßt wurde. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Mit einem flammenden Appell für die Erhaltung von Bargeld hat der Wirtschafts- und Finanzexperte Prof. Dr. Max Otte die Reihe der Sparkassen-Gespräche 2016 abgeschlossen. „Wer trägt die Verantwortung?“ lautete die Frage, mit der sie überschrieben war.

Zu fragen sei, wer die Verantwortung trage für die Gedanken und Überlegungen, das Bargeld abzuschaffen, das den Deutschen sehr wichtig sei, erklärte Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg, in seiner Begrüßungsrede in der KSK-Hauptstelle in Erkelenz.

Auch wenn die Bargeld-Logistik für die Geldinstitute extreme Kosten verursache, sei die Nachricht der geplanten Abschaffung auch für die Kreissparkasse keine gute Nachricht. „Denn wir merken, welche Bedeutung Geld hat“, so Pennartz. Geldnote und Geldmünze seien schließlich auch weiterhin das einzige gesetzliche Zahlungsmittel.

„Das Thema ist wirklich ein dramatisches“, betonte Otte gleich zu Beginn seines Vortrags unter dem Titel „Rettet unser Bargeld“. Es folgte ein Rückblick auf das Börsenjahr von September 2015 bis September 2016, das Otte mit einem sehr detaillierten, durchaus nicht allein negativ-kritischen Blick auf Donald Trump begann. „Das war ein Jahr, das sich gewaschen hatte“, so sein Fazit.

Dann ging Ottes Blick zurück bis zur weltweiten Finanzkrise. Seit 2008 weite die US-Notenbank die Geldmenge dramatisch aus. „Es wird Geld geschaffen auf Ebene der Zentralbanken, als ob es kein Morgen mehr gäbe“, so Otte. Dieses Geld drücke die Zinsen.

Profitieren würden davon aber nur die Superreichen und die verschuldeten Staaten. Die Schulden seien inzwischen um eine ganze Weltwirtschaftsleistung weiter gestiegen, und es werde dennoch weiter „gezockt“. Institute wie die Kreissparkasse seien in dieser Zeit ein sehr wichtiger „Anker der Stabilität“. Ihr Kreditgeschäft sei auf Sicherheit und nicht auf das schnelle Geld ausgelegt.

Mit regelrechter Propaganda und mit Desinformation, ja sogar mit Zwang und Einschüchterung werde jetzt ein regelrechter Krieg gegen das Bargeld geführt, so Otte weiter. Verschuldete Staaten würden von einer Abschaffung ebenso profitieren wie E-Pay- oder E-Commerce-Anbieter, zudem Banken etwa dank vereinfachter Geldschöpfung. „Wir sind 50 Prozent dieses Weges schon gegangen“, konstatierte er. Der Bürger werde dabei zum Datensatz, und den könne man handeln.

Doch Bargeld sei ein öffentliches Rechtsgut, so Otte. Es erlaube den anonymen, direkten Geschäftsverkehr, sogenannte Zug-um-Zug-Geschäfte. Wichtig sei jedoch zusätzlich, das eigene Vermögen in Geld- und Sachwerte aufzuteilen. „Sachwert schlägt Geldwert“, betonte der Experte, fügte jedoch gleich hinzu: „Sachwerte brauchen Sachverstand!“ Er appellierte an seine Zuhörer, sich in allen Vermögensangelegenheiten sachkundigen Rat zu holen.

„Kämpfen Sie für den Erhalt des Bargelds, indem Sie bar bezahlen“, schloss er mit seinem eindringlichen Appell und bat, seine Petition zur Rettung des Bargelds zu unterschreiben. „Lassen Sie nicht zu, dass uns das Bargeld abgenommen wird!“

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