Heinsberg/Brunssum - Fitnessprogramm: Gemeinde bringt Bürger zum Schwitzen

Fitnessprogramm: Gemeinde bringt Bürger zum Schwitzen

Von: Verena Müller
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108 Menschen nahmen an der Bew
108 Menschen nahmen an der Bewegungsinitiative der Gemeinde Brunssum teil. Ein Modell auch für hiesige Gemeinden? Einige scheinen zumindest nicht abgeneigt. Foto: Gemeinde Brunssum

Heinsberg/Brunssum. Fitter sollen die Bürger von Brunssum werden, deshalb hat die niederländische Gemeinde erneut einen Bewegungstag ausgerufen. Diesmal waren alle im Alter von 55 oder älter die Zielgruppe.

108 folgten der Einladung der Kommune und ließen sich auf Ausdauer, Koordinationsvermögen, Kraft und Gelenkigkeit testen. Auch nach dem Blutdruck wurde geschaut, nach Größe, Gewicht und Körperfettanteil. All das wurde festgehalten und wird nun ausgewertet, um den Teilnehmern nicht nur ihr persönliches Profil zu übergeben, sondern auch eine Empfehlung für das für sie beste Sportprogramm.

„Wir sind mit der Resonanz auf unseren Aufruf, den wir in der Presse gestartet hatten, mehr als zufrieden”, sagte der Sprecher der Gemeinde, Fons Castermans. Zum ersten Mal sei die gesamte Gemeinde aufgerufen gewesen - in den Jahren davor waren es immer nur punktuelle Aktionen.

Der „Fittestdag Brunssum” - wie er auf Niederländisch heißt - geht auf eine Initiative des Königreichs zurück. 270 000 Euro hatte Brunssum für die Jahre 2010 bis 2012 erhalten, um Jugendliche, Ältere und Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu mehr Bewegung zu motivieren. „Wer jung anfängt, wird mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auch dranbleiben”, sagte Castermans.

Neben eigenen Mitarbeitern aus dem zuständigen Dezernat hatte die Gemeinde Physiotherapeuten mit ins Boot geholt, die den Einstufungstest durchführten. Je nach noch auszusprechender Empfehlung können die Teilnehmer dann zwischen verschiedenen Angeboten wählen: Schwimmen, Laufen, Nordic Walkung und so weiter. Manches bietet die Gemeinde selbst an, anderes die Physiotherapeuten oder lokale Sportvereine. Diese erhalten hier und da dann eine Aufwandsentschädigung oder Ausrüstung.

Möglichst günstig sollen die Kurse sein, die in der Regel acht-, maximal zwölfmal stattfinden. „Wir hoffen natürlich, dass die Menschen dann dabeibleiben und beispielsweise Mitglied in einem der Sportvereine werden”, sagte Castermans. So profitierten die Vereine, die wie fast überall mit Überalterung zu kämpfen haben, also auch von dem Programm.

Klingt vielversprechend - ob das auch ein Modell für die Gemeinden diesseits der deutsch-niederländischen Grenze sein könnte?

„Das ist echt ´ne Idee”, sagte die Sprecherin der Gemeinde Selfkant, Andrea Houben. Sie wolle das mal ihrem Referatsleiter vorschlagen. Manfred Winkens, Bürgermeister von Wassenberg, war ebenfalls spontan begeistert: „Find ich gut. Sehr gut”, sagt er, „es ist aber die Frage, wie man das organisieren könnte”, gab er zu bedenken. Schließlich sei allein schon für den Fitness-Test eine entsprechende Ausrüstung notwendig - Laufbänder oder andere Cardiogeräte etwa. Und da falle ihm auf Anhieb nur ein Fitnesscenter in Wassenberg ein, das darüber verfüge. Er können sich gut vorstellen, dass sich in Wassenberg locker 100 Menschen im Alter von 55 und älter fänden, die an einem solchen Programm teilnähmen. Er wolle mal darüber nachdenken.

Carsten Cordewener, Sprecher der Stadt Heinsberg, sagte auf Anfrage, dass im Rahmen der Eisbahn und in Kooperation mit dem Krankenhaus und einer Apotheke zumindest bereits Gesundheitstests im Rathaus stattgefunden hätten - eine so groß aufgezogene Aktion wie in Brunssum habe es aber bislang nicht gegeben. Als Stadt alleine habe man sicher auch nicht die Möglichkeit, Sportangebote zu machen, aber vielleicht zusammen mit Vereinen oder Krankenkassen. „Grundsätzlich hört sich die Idee gut an, die Frage ist nur die Umsetzung”, fügte Cordewener an.

Ob es in Brunssum im nächsten Jahr wieder einen „Fittestdag” geben wird, ist übrigens offen, da die Subventionierung vom Reich nicht weiterläuft. Wie an vielen anderen Stellen auch muss gespart werden.
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