Wassenberg/Heinsberg - Fischen war in der Rur einst lohnend

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Fischen war in der Rur einst lohnend

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Franz Schweitzer, auf einer Kiesbank in der Rur stehend, mit dem „Hebegarn”. Repro: W. Frenken

Wassenberg/Heinsberg. Groß war die Freude bei „Poste Hein”, dem Besitzer der historischen Gaststätte „Zur Post” in Orsbeck und passionierten Sammler fotografischer historischer Dokumente zur Orsbecker Dorfgeschichte, über ein unerwartetes Geschenk der Eheleute Engelbert Jaegers und seiner Frau Hanne, geborene Schweitzer, aus Heinsberg.

Eine Serie von belichteten fotografischen Glasplatten aus der Pionierzeit der Fotografie. Es handelt sich dabei um einmalige Aufnahmen über den Fischfang in der Rur um 1900.

Im Mittelpunkt steht dabei der 1852 geborene Franz Schweitzer, der Gründer des Heinsberger Geschenkehauses Schweitzer, ein Verwandter des berühmten Urwalddoktors Albert Schweitzer.

Franz Schweitzer besaß die Fischereirechte im Orsbecker Raum. Die Aufnahmen zeigen ihn in „Klompe” mit einem jüngeren Herrn mit Strohhut, wahrscheinlich seinem Sohn, im knietiefen Wasser stehend, beim Fischfang.

Damals, als noch keine Industrieabwässer eingeleitet wurden, war das Wasser der Rur noch kristallklar und äußerst fischreich. Vertreten waren Aal, Aalquappe („Olkskute”), Hecht, Barbe und zwei Sorten Barsche, Bräsen und die „Kohmule”, eine Art Makrele, die der Unterbrucher Karnevalsgesellschaft ihren Namen gab.

Dazu kamen Rotauge, Mohn, Gründling („Güv”) und Aesche. Bei Hochwasser wurde vereinzelt auch einmal ein Hecht gefangen. Dann war auch der Salm häufig anzutreffen, der von der Maas her in die Rurmündung gelangte.

Das ging so lange, bis die Holländer vor der Rurmündung ein Wehr in den Flusslauf einbauten. Der letzt Salm wurde in der Rur 1885 gefangen.
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