Hückelhoven - Filmfans aus drei Ländern begegnen sich

Filmfans aus drei Ländern begegnen sich

Von: hewi
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Internationale Begegnungen in
Internationale Begegnungen in Hückelhoven: In verschiedenen Gruppen diskutierten Filminteressierte aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland über die gezeigten Filme. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Auch im 41. Jahr ihres Bestehens haben die Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtage nichts von ihrer Attraktivität für das junge Publikum verloren. Aus allen drei Ländern kommen die jungen Filmfreunde immer im November nach Hückelhoven, um drei Tage lang Jugendfilme aus den drei Ländern zu sehen und darüber zu diskutieren.

Gezeigt werden in der Aula des Gymnasiums, die sich in einen ­Kinosaal verwandelt, Filme von jungen Regisseuren in der jeweiligen Landessprache und mit englischen Untertiteln. Denn die Kinobesucher sollen auch ein Gefühl für die Sprache und Kultur der Nachbarn bekommen.

Ermöglicht wird dies durch eine grenzübergreifende Kooperation zwischen dem Bundesverband Jugend und Film mit Sitz in Frankfurt und dem niederländischen Huis van de Kunsten sowie der belgischen Organisation Jekino.

Rund 200 Übernachtungsgäste waren am vergangenen Wochenende wieder nach Hückelhoven gekommen. „Das sind stabile Zahlen”, bestätigte Gisela Münzenberg-Wiers. Sie ist die Strippenzieherin und Organisatorin des Filmfestes. Unterstützt wird sie von einem elfköpfigen Team, das vor allem bei der Auswahl der Filme und der Organisation vor Ort hilft.

Diskussionsbedarf

Gerade bei der Auswahl gibt es schon mal Diskussionsbedarf. So hatte es in diesem Jahr der deutsche Film „Sweet 13” nicht ins Programm geschafft, weil er am Veto aus dem Team scheiterte. Zu freizügig sei da mit dem Thema Sexualität umgegangen worden, lautete die Kritik. Schon der ebenfalls deutsche Film „Crazy” hatte vor fünf Jahren für Diskussionen geführt. Nicht bei den jugendlichen Teilnehmern, aber bei einigen Eltern.

„Damals mussten wir uns gegen Zensurbestrebungen wehren”, erinnerte sich Münzenberg-Wiers. Dabei werde darauf geachtet, dass die Filme auch für die Zielgruppe geeignet sind. Doch allen recht machen könne man es natürlich nicht. Die Suche nach den geeigneten Filmen beginne schon im Frühling und sollte Ende September abgeschlossen sein, erläuterte sie die Vorgehensweise des Teams. Manchmal dauere es aber auch bis in den Oktober, ehe das endgültige Programm feststehe.

Der deutsche Film „Die Kriegerin” von David Winendt, in dem es um rassistisch motivierte Gewalt geht, wurde ebenso intensiv diskutiert wie der niederländische Festivalbeitrag „Onder ons” von Marco van Geffen.

„Wir achten sehr darauf, dass die Zuschauer mit ihren Eindrücken nicht allein gelassen werden”, betonte Gisela Münzenberg-Wiers. So würden Filme, die später diskutiert werden müssten, nicht ans Ende eines Tages oder an den Schluss der Filmtage gelegt.

Wenn jeweils der letzte Film eines Tages gelaufen ist, geht es für die meisten Teilnehmer noch einmal „auf die Piste”. Denn in entspannter Atmosphäre können sie sich besser kennenlernen, und darum geht es ja auch bei den Hückelhovener Filmtagen: Die deutschen, belgischen und niederländischen Jugendlichen sollen ­einander und die Ansichten der jeweils anderen besser kennenlernen.

Die Voraussetzungen für eine Teilnahme eines Films waren einmal sehr strikt. Er musste als kinotaugliche 35-mm-Kopie auf Zelluloid vorliegen, um gezeigt zu werden. Von diesem Purismus sei man zwischenzeitlich abgekommen, so Münzenberg-Wiers. „Die heutigen Filme werden mit einem hohen Qualitätsanspruch produziert, den unsere alten Vorführgeräte nicht mehr transportieren können”, erläuterte die Aachenerin, weshalb schon einmal Ausnahmen gemacht würden. So wurde der niederländische Film „170 HZ” von Joost van Ginkel als DVD gezeigt, um die Musik und die Sound­effekte angemessen präsentieren zu können.

Planung für die nächsten Filmtage

Immer wenn sonntags der letzte Film vorbei ist und die Teilnehmer wieder in ihren Bussen Richtung Heimat sitzen, beginnt für Gisela Münzenberg-Wiers und ihr Team schon die Planung für die nächsten Filmtage.

Die Stadt Hückelhoven unterstützt die Filmtage

Die Hückelhovener Filmtage werden auch von der Stadt Hückelhoven finanziell unterstützt.

Der Etat, mit dem die Festivalmacher haushalten müssen, ist seit 17 Jahren unverändert. Am Ende steht jedes Jahr eine „schwarze Null”.

Die Teilnahme kostet je nach Unterbringung 35 oder 60 Euro für zwei Übernachtungen und vier Mahlzeiten. Teilnehmer über 27 Jahren zahlen pauschal 100 Euro.

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