Filmemacher rücken Vorurteile in den Fokus

Von: g.s.
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Marcel Aliu und Neo Cjaikhot (v.l.) stehen für den Anti-Rassismus-Kurzfilm für die „Regisseure“ Marvin Santos, Philipp Prepols und Ahmad Semmo (v.r.) vor der Kamera. Foto: g.s.

Kreis Heinsberg. „Fremde Heimat“ heißt das Anti-Rassismus-Projekt, mit dem Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Wirtschaft (BKW) die Menschen in der Region aufrütteln wollen.

Bei der Vorstellung des in diesem Zusammenhang gedrehten Films zeigte sich neben Landrat Stephan Pusch und Schulleiterin Gabriele Kaspers das gesamte Publikum im Forum der Berufskollegs begeistert von dem Engagement, das die Schülergruppe dem Projekt beigemessen hatte.

Das BKW wird von jungen Menschen mit Mi-grationshintergrund aus 43 Ländern als Bildungseinrichtung genutzt und ist mit der Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zertifiziert. Zwischenzeitlich wurde „Fremde Heimat“ mehrfach in Schulen und Jugendeinrichtungen aufgeführt und immer mit Beifall bedacht.

Doch nach dem Projekt ist für einige Schüler vor dem Projekt. Ahmad Semmo, Marvin Santos und Philipp Prepols wollen weitermachen und mit einem neuen Film darauf aufmerksam machen, dass alle Menschen gleich sind. Dem Trio kam die Idee, das Projekt in Eigenregie fortzuführen. Dabei bekommt es Unterstützung von Oberstudienrat i.R. Adi Klaming, der bei „Fremde Heimat“ die Projektleitung übernommen hatte. So entsteht in diesen Tagen ein weiterer Kurzfilm, der Vorurteilen in der Gesellschaft vorbeugen soll.

Semmo, Santos und Prepols haben einen gemeinnützigen Verein mit dem Namen „SPS-Foundation“ gegründet, der am 18. Juni 2015 eingetragen wurde. „Wir wollen zukünftig weitere soziale Projekte in Filmform erstellen“, nennt Philipp Prepols den Grund für die Vereinsgründung. Man wolle sich weiterhin mit dem Thema beschäftigen und gegen Rassismus kämpfen.

Das Trio steht zu diesem Zeitpunkt im Saal des St. Josef Altenheimes in Übach und hat für eine maßgebliche Szene mit Marcel Aliu und Neo Chaikhot zwei „Hauptdarsteller“ engagiert. Neben ihnen sind Skelette platziert – und das hat seinen Grund. Die Szenerie soll darstellen, dass alle Menschen gleich sind und nur die Hülle anders erscheint. „Siehst du Unterschiede? Nein? Also verurteile nicht!“, deutet Marvin Santos auf die Skelette.

Die erste Einstellung des Eineinhalb-Minuten-Films war schnell gedreht, insgesamt werden junge Leute aus 20 verschiedenen Ländern in dem Video mitwirken. Wenn die Sache rund ist, wird der Kurzfilm auf Youtube und Facebook eingestellt und online im Netz unter SPS-Foundation zu finden sein.

Mit dem Erlös unterstützen die Schüler eine Mädchenschule in Sansibar/Afrika. Dort sind 80 junge Frauen untergebracht, die aus Angola geflüchtet sind. „Sehe mit deinem Herzen, nicht mit deinen Vorurteilen“, appellieren die Jungs an die Menschen.

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