Heinsberg - Ferien und Regen machen Lust aufs Lesen

Ferien und Regen machen Lust aufs Lesen

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
Aus dem Regal in die Welt: In
Aus dem Regal in die Welt: In diesen Sommerferien wird viel gelesen - Krimis, Romane und Reiseführer sind in der Heinsberger Stadtbücherei besonders gefragt. Foto: S.M. Berners

Heinsberg. „Kaum jemand nimmt gerne den Laptop mit an den Strand oder ins Bett”, sagt Gerd Sonntag, Leiter der Heinsberger Stadtbücherei. Und da bleibt - für alle die noch keinen Tablet-PC ihr Eigen nennen - nur der Griff ins heimische Bücherregal. Oder der Gang in die Buchhandlung und zur Ausleihtheke.

Aber ist Lesen eigentlich noch in? „Was die Ausleihzahlen anbetrifft, können wir nichts Gegenteiliges behaupten”, sagt Sonntag. Vor allem in den vergangenen Wochen sei die Zahl der entliehenen Bücher in der Stadtbücherei sprunghaft angestiegen. Und es werden mehr Bücher ausgeliehen, als in anderen Sommerferien. Das Wetter, das mit Ausnahme dieser Woche recht unsommerlich war, mag seinen Beitrag dazu geleistet haben.

Sommerlektüre

Aber der Sommer ist auch in anderen Jahren Lese- und damit auch Ausleihzeit, mehr noch, als die dunkelen Wintermonate. Viele Menschen suchen in den Bücherregalen nach Literatur über ihr Urlaubsziel, nach Reiseführern oder Bildbänden. Außerdem sind die Ferien für viele Menschen die Zeit des Jahres, in der sie mit Muße schmökern können. Im Arbeitsalltag bleibt dafür nicht immer die Zeit.

Leichte Lektüre ist im Sommer besonders gefragt. „Krimis und Humoristisches wie die Bücher von Thommy Jaud, Kerstin Gier oder Vladimir Kaminer haben es immer leichter Leser zu finden, als anspruchsvolle Literatur”, sagt Sonntag. Tolstoi und Goethe sind nunmal keine Strandlektüre. „Gleichwohl gibt es auch Entleiher, die gerade im Urlaub die Zeit aufbringen, ein Buch der ernsteren Art zu lesen.” Oder einen Klassiker. Herausragende Mehrzahl sind diese Menschen aber nicht.

Frauen in der Überzahl

Eindeutig in der Überzahl sind in der Bücherei Frauen. Männer lesen weniger - und anders. Während Romane eher in Frauenhänden landen, sind Sachbücher eher Männersache. Und das nicht nur in Heinsberg - Leseforscher haben das überall festgestellt. Schade eigentlich. „Denn Bücher regen die Phantasie an - und Phantasie macht Spaß”, sagt Sonntag.

Nachgefragt werden in der Bücherei vor allem Neuerscheinungen. Und der Etat lasse es zum Glück zu, so Sonntag, viele davon auch zeitnah anzuschaffen. Manchmal locken die Bibliothekare damit sogar Menschen zwischen die Bücherregale, die sich dort sonst nicht blicken lassen. Die Bis(s)-Reihe hat im vergangenen Jahr viele Mädchen in die Bücherei geführt. Einige von ihnen hätten, erzählt Sonntag, bis dahin noch nie ein Buch gelesen - zumindest nicht außerhalb des Schulunterrichts. Sollten sie aber, denn Lesen ist gut fürs Köpfchen. Und wer gut lesen kann, hat meist auch die besseren Bildungschancen.

Ob solche Bücher-Trends bei Jugendlichen den Hang zum Zweitbuch verstärken können, bezweifelt Sonntag jedoch. Gleichwohl glauben Leseforscher, dass Lesemuffel - wenn überhaupt - nur durch spannende Themen zum Lesen gebracht werden können. So zum Beispiel auch mit Gregs Tagebüchern, in denen ein Kind aus seinem Alltag erzählt und damit vielen Gleichaltrigen aus der Seele spricht, sie in Kombination mit Comic-Zeichnungen zum Lachen bringt.

Aber auch „richtige” Bücher wie die von Cornelia Funke und Kinderbuch-Klassiker wie Ottfried Preußlers Kleine Hexe werden (noch) gelesen.

Und so ziehen die Bücher aus den Heinsberger Regalen mit Jung und Alt um die Welt - und haben manchmal Mitbringsel zwischen den Seiten. „Von welchem Strand stammt den dieser Sand?”, fragt Gerd Sonntag dann bei der Rückgabe. Ein großes Problem sind die feinen Körner zwischen den Seiten aber nicht, wenn die Menschen sonst pfleglich mit den Büchern umgehen und keine Eis- und Sonnencreme Flecken hinterlassen. „Sand können wir rauspusten.”

Zeitschriften, Kinderbücher, Romane, Sachliteratur

Der Gesamtmedienbestand der Stadtbücherei Heinsberg betrug am 31. Dezember 2010 32.460 Medien: Sachbücher: 12.407, Schöne Literatur: 7807, Kinder- und Jugendliteratur: 7321, CDs: 1865, CD-ROMs: 422, DVDs: 239, Zeitschriften-Titel im Abonnement: 41, Zeitungen: 3.

Im vergangenen Jahr wurden 2236 neue Medien in den Bestand aufgenommen, 3454 aussortiert.

2006 einzelne Benutzer und Familien nutzten das Angebot der Stadtbücherei. Sie haben im vergangenen Jahr 67024 Medien ausgeliehen.

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