Feier der alten Meister: Traditionelles Fest im Handwerk

Von: anna
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Bei der Feier der alten Meister wurden diamante und goldene Meisterbriefe überreicht. Es gratulierten: Michael Vondenhoff, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Kreishandwerksmeister Wilfried Wiesenborn und Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (hinten, von links). Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Fünf Diamant- und 23 Goldjubilare zählen die Handwerksmeister in der Kreishandwerkerschaft Heinsberg in diesem Jahr in ihren Reihen. Ihnen gratulierte Kreishandwerksmeister Wilfried Wiesenborn bei der Feier der alten Meister in der Oberbrucher Festhalle.

Zu Beginn seiner Rede bei diesem traditionellen Fest erinnerte Wiesenborn an die 35 Handwerksmeister, die seit der Feier im vergangenen Jahr gestorben sind. Es folgte ein Blick zurück in das Jahr 1963, als der Selfkant wieder deutsch wurde, John F. Kennedy Berlin besuchte und Borussia Dortmund Deutscher Fußballmeister wurde.

Aber auch ein wichtiges Gesetz für das deutsche Handwerk wurde 1963 verabschiedet, das Bundesurlaubsgesetz, „welches nun allen Arbeitnehmern einen Mindesturlaub von 24 Tagen garantierte – wohlgemerkt in einer Sechs-Tage-Woche“, so Wiesenborn. „Aber einmal Hand aufs Herz: Wie viele Tage Urlaub haben sie als Handwerksmeister und damals Jungunternehmer und Existenzgründer im Jahr gemacht?“

So fragte er in die Runde und antwortete selbst: „Sie mussten sich erst einmal durchbeißen und am Markt bewähren.“ Genau das sei jedoch meist kein Problem gewesen: „Ihnen machte die Arbeit Spaß, und viele bekamen Unterstützung durch ihre Ehepartner, die ihnen im Betrieb oder zu Hause den Rücken freihielten.“ Für sie bat er um einen besonderen Applaus. Abschließend ging Wiesenborn auf die aktuell in Europa geführte Diskussion über die deutsche Handwerksordnung ein.

Die EU-Kommission habe wieder einmal als Maßnahme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und insbesondere der Jugendarbeitslosigkeit in Europa die Abschaffung des Meisterbriefes in Deutschland gefordert. „Wie kann man einerseits das duale Ausbildungssystem in Deutschland loben und andererseits den Meisterbrief als unberechtigte Beschränkung und Marktzugangsschranke bezeichnen“, empörte sich der Kreishandwerksmeister über „Neid und Missgunst“.

Die europäischen Berufskollegen seien da weiter als ihre ­europäischen Volksvertreter, räumte er ein. „Sie bestätigen uns immer wieder die besondere Leistungsfähigkeit des deutschen Handwerks. Oft anerkennend, manchmal auch offen neidvoll.“

An die Jubilarehrung schloss sich ein gemütliches Beisammensein an, bei dem der Künstler „Ha-Pe“ für Unterhaltung sorgte unter dem Motto „Stimmung mit Hätz – Bayern bis Kölle.“

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